geschrieben von Patricia Knecht

Der nachhaltige Weihnachtsbaum – So feierst Du ohne schlechtes Gewissen

 

Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern leider auch das Fest der Umweltsünden. Obwohl Weihnachtsbäume im grünen Gewand daher kommen, sind die meisten von ihnen alles andere als nachhaltig. Ein Großteil von ihnen schadet der Umwelt und ist bis in die Tannenspitzen voll mit gesundheitsgefährdenden Pestiziden und Herbiziden. Ist der Traum vom glänzenden Christbaum deshalb ausgeträumt? Oder gibt es auch ökologische Weihnachtsbäume, die Mensch, Tier und Natur nicht schaden? Welche Alternativen gibt es zum Tannenbaum von der Giftplantage? Und wie schmückst Du Deinen Weihnachtsbaum nachhaltig? Wir haben Dir einen ganzen Wald geballten Weihnachtsbaumwissens zusammengetragen und DIY-Tipps gesammelt, wie Du das Fest genießen kannst – ganz ohne schlechtes Gewissen!

Sein festlicher Anblick, seine duftenden Zweige, die blitzenden Lichtlein im satten Grün verzaubern alle Jahre wieder unser Herz. Die Liebe zur Tanne ist in Deutschland ungebrochen: Ein ganzer Wald von Christbäumen ziert zur Weihnachtszeit Deutschlands festlich geschmückte Wohnzimmer – rund 30 Millionen von ihnen werden alljährlich hierzulande verkauft, Tendenz steigend. Doch Wald hin oder her, mit Nachhaltigkeit hat das traditionelle Nadelgewächs meist gar nichts zu tun. Schaut man genauer hin, piekst die Tanne direkt ins Herz umweltbewusster Menschen, die Freude über das buschige Bäumchen fällt wie die Nadeln in der Zeit zwischen den Jahren. Denn die meisten Weihnachtsbäume sind eine Belastung für die Natur und reine Chemiecocktails. Ihre Klimabilanz ist wenig feierlich und beim Geschäft mit den Christbäumen ist es mit Nächstenliebe nicht weit her, denn auf den Weihnachtsbaumkulturen wird Gift eingesetzt, bei dem andere Lebewesen das Nachsehen haben.

Die populäre Nordmanntanne ist ursprünglich in den Wäldern des Kaukasus beheimatet, Rang 2 auf der Beliebtheitsskala nimmt die Blaufichte aus den USA ein. IN Deutschland werden die beliebten Bäume in Weihnachtsbaumkulturen angepflanzt. Dafür benötigt es Platz, Wasser – und Gift. Wie unter anderem der NABU (Naturschutzbund Deutschland) berichtet, kommen auf den Anbauflächen der künftigen Christbäume jede Menge fragwürdige Stoffe zum Einsatz: Insektizide sollen Schädlinge fernhalten, giftige Herbizide setzen konkurrierende Pflanzen auf den Weihnachtsbaumplantagen schachmatt, Mineraldünger sorgt für einen gleichmäßigen Wuchs und blau schimmernde Nadeln. Autsch, das piekst!

nadelbaum-farm

Im letzten Jahr nahm der BUND Weihnachtsbäume kritisch unter die Lupe. Das Ergebnis ist erschreckend: Rund zwei Drittel aller Bäume sind mit Pestiziden belastet.

„Viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt. Die Wechselwirkung der Einzelstoffe auf die menschliche Gesundheit ist nahezu unbekannt.“ BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel.

Diese Pestizide wurden in den getesteten Weihnachtsbäumen unter anderem gefunden:

  • Glyphosat
  • lambda-Cyhalothrin: gilt als das schädlichste in der EU zugelassene Pestizid. Schädigt das Nervensystem und das Hormonsystem, ist hoch giftig für Bienen und Wasserlebewesen und reichert sich auch in anderen Lebewesen an.
  • Chlorpyrifos: hat eigentlich keine Zulassung in Deutschland, es steht im Verdacht, Erbgut und Nerven bei Kindern zu schädigen.
  • tau-Fluvalinat: ist bienengiftig, trägt also zum Bienensterben bei und ist eigentlich nicht für den Weihnachtsbaumanbau in Deutschland zugelassen.

Der Anbau von Weihnachtsbäumen schadet Böden, Gewässern und Ökosystemen, so das Umwelt Bundesamt und obendrein holen wir uns mit dem Nadelbaum auch einen giftigen Cocktail aus Pestiziden in Haus. Dazu kommt: Die Ökobilanz einer Zuchttanne ist fast viermal so schlecht wie die eines Baumes aus dem Wald. Kommt der Weihnachtsbaum aus dem Ausland, ist der CO2-Fußabdruck durch den Transport entsprechend größer. Wer den Baum mit dem Auto zu sich nach Hause transportiert, setzt nochmal einen drauf.

Ob dieser schmerzlichen Fakten zu den pieksigen Nadelgewächsen musst Du Dir jetzt dennoch nicht die Weihnachtstimmung verderben lassen. Denn glücklicherweise gibt es auch nachhaltige Alternativen zum Weihnachtsbaum von der Plantage! Einige davon stellen wir Dir hier vor:

Infografik_Nachhaltiger-Weihnachtsbaum_1080x1920px

„Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln bewirtschaftet werden und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird“, empfiehlt Rudolf Fenner von ROBIN WOOD. „Das schont vor allem die Umwelt und schließt eine – wenn auch geringe, so doch unnötige – Belastung durch Pestizidreste in den eigenen vier Wänden aus.“

Alle Jahre wieder gibt die Organisation eine Liste mit Bezugsquellen von Öko-Weihnachtsbäumen aus. Hier kannst Du nach bundesweiten Verkaufsstellen für ökologische Weihnachtsbäume suchen, die ohne den Einsatz von giftigen Stoffen gewachsen sind und die Umwelt nicht belasten. Bio-Bäume, die Du mit gutem Gewissen kaufen kannst, sind laut Verbraucherzentrale an den Qualitätsiegeln der Bio-Verbände zu erkennen. Zu ihnen gehören „Naturland“, „Bioland“, das EU-Biosiegel und das FSC-Zertifikat für naturnahe Forstwirtsschaft. Das Fairtree-Siegel steht dagegen nicht für einen umweltfreundlichen Weihnachtsbaum. Die Kennzeichnung sagt lediglich aus, dass den Sammlern des Saatgutes in Georgien ein vernünftiger Lohn gezahlt wurde.

 

Umweltfreundlicher Christbaum gesucht? Frag den Förster!

 

Nicht überall sind die nachhaltigen Weihnachtsbäume mit Öko-Siegel erhältlich. Dann kann sich auch ein Gespräch mit dem Förster oder der Försterin eines Waldgebietes in Deiner Nähe lohnen. Sie können Dir meist zuverlässig Tipps für den Kauf eines nachhaltigen Weihnachtsbaumes geben. Mit etwas Glück darfst Du Deine ökologische Tanne vielleicht sogar selbst schlagen – das ist umweltfreundlicher und doch auch viel romantischer als der schnelle Baumkauf im Baumarkt. Als Alternative zum Baum kannst Du Dich in der Försterei auch nach Zweigen von Nadelhölzern erkundigen. Aus ihnen lässt sich tolle Weihnachts-Deko basteln.

nachhaltiger-weihnachtsbaum-schneiden

Achtung!

Einen Weihnachtsbaum selber schlagen, ohne dass eine Erlaubnis vorliegt, kann richtig teuer werden. Je nach Bundesland liegt die Strafe hier bei bis zu 50.000 Euro!

In den USA sind Bäume aus Plastik schwer im Trend. Jeder dritte Weihnachtsbaum ist dort aus Kunststoff. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ein künstlicher Christbaum bleibt immer grün, verstreut seine Nadeln nicht im Wohnzimmer, verlangt kein Wasser und beschwert sich nicht, wenn er den Großteil des Jahres ein verstaubtes Dasein im dunklen Keller fristet, bis er zum Fest wieder hervorgeholt wird. Pestizide und Herbizide braucht es für seien Herstellung nicht und Flächen für seinen Anbau benötigt der künstliche Weihnachtsbaum auch nicht. Dadurch dass er wiederverwendbar ist, entfällt der Transport vom Händler zum Käufer und das spart CO2 ein. Aber ist die Plastiktanne deswegen tatsächlich ökologischer? Nein, ergibt eine Untersuchung des britischen Carbon Trust.

Sie hat den CO2-Fußabdruck von echtem und künstlichem Weihnachtsbaum verglichen.

Im Vergleich: Der CO2-Fußabdruck von echter und künstlicher Tanne

  • Zwei Meter große Tanne, die auf einer Mülldeponie endet: 16 kg CO2-Äquivalente (CO2e )
  • Zwei Meter große Tanne, die verbrannt wird (z. B. klein gehäckselt in der Feuerschale oder beim Lagerfeuer): 3,5 kg CO2e
  • Zwei Meter große künstliche Tanne: 40 kg CO2e

Dass künstliche Weihnachtsbäume in Bezug auf die Klimafreundlichkeit so schlecht abschneiden, liegt zum einen am Transport – ein Großteil der Bäume ist Importware aus China – zum anderen an den Emissionen, die bei der Herstellung entstehen und dem eingesetzten Kunststoff, für den Öl mit hoher CO2-Intensität eingesetzt wird.

Damit Dein künstlicher Weihnachtsbaum eine bessere CO2-Bilanz als ein echter Baum hätte, der verbrannt wird, müsstest Du ihn zehn Jahre lang benutzen. Die Entsorgung der Plastiktanne lässt darüber hinaus den Müllberg wachsen. Eine Plastiktanne ist also nicht wirklich nachhaltige Alternative zum echten Weihnachtsbaum.

Am nachhaltigsten ist ein Bio-Weihnachtsbaum aus regionalem Anbau. Hast Du einen grünen Daumen, kannst Du auch einen Christbaum im Topf kaufen. Allerdings überleben viele Tannenbäume den Wechsel vom kalten Garten ins warme Weihnachtszimmer nicht – da ist also etwas Wissen und Geschick gefragt. Klappt es, ist der wiederverwendbare Öko-Weihnachtsbaum im Topf tatsächlich die nachhaltigste Variante unter den Weihnachtsbäumen.

In einigen Regionen gibt es sogar einen Weihnachtsbaumverleih! Baum im Topf mieten und nach dem Fest einfach zurückgeben – nachhaltiger geht’s kaum!

Lametta war ganz klar gestern. Auch die beliebten Christbaumkugeln werden oft aus wenig umweltfreundlichen Materialien hergestellt. Nachhaltiger Weihnachtsbaumschmuck ist im Trend und mittlerweile auch vielerorts zum Kauf erhältlich. Da Weihnachtszeit aber doch sowieso Bastelzeit ist: Wie wär’s, wenn Du die Weihnachts-Deko in diesem Jahr ganz einfach selbst bastelst? Folgende DIY-Ideen für Tannenbaumschmuck zum Basteln haben wir für Dich zusammengestellt:

  • Holzperlen bemalen: Im Handel erhältst Du Perlen und Kugeln aus Holz durch die Du eine Kordel ziehen kannst. Hübsch bemalt und aufgefädelt, machen sie sich hervorragend als nachhaltiger Christbaumschmuck, den Du über mehrere Jahre verwenden kannst.
  • Getrocknete Orangenscheiben: Orangenscheiben, bei 80 Grad etwa vier Stunden im Ofen getrocknet, ergeben eine dufte Deko für Weihnachtsbäume! An einem goldenen Draht befestigt, kannst Du sie zu einer Girlande fädeln oder sie einzeln von den Zweigen hängen lassen.
  • Papiersternchen: Dafür zeichnest Du Sterne auf Papier, schneidest sie aus und befestigst sie am Christbaum. Auf Pappe geklebt sind die Sterne noch stabiler. Selbstverständlich sind Dir hier in der Farbgebung keine Grenzen gesetzt. Klassisch gold, elegant in weiß oder Regenbogen-Sternchen? Dein Baum, Deine Entscheidung!
nachhaltige-weihnachtsbaum-alternative

Wenn es kein ganzer Baum sein muss, lassen sich auch aus Tannenzweigen wunderschöne Gestecke basteln, die Du weihnachtlich dekorieren kannst und Dir so nachhaltige Weihnachtsstimmung ins Haus holst.

Einen selbstgebastelten „Weihnachtsbaum“ der anderen Art kannst Du mit dieser Anleitung auch ganz einfach selbst herstellen:

Sammle dafür etwa acht bis zehn dicke Äste und kürze sie auf unterschiedliche Länge. Von lang (unten) nach kurz (oben).

Wenn Du möchtest, kannst Du die Äste noch in den Farben Deiner Wahl verschönen.

Ordne sie nun pyramidenförmig an und verbinde die Äste rechts und links mit einer Kordel, die an der Spitze Deines DYI-Weihnachtsbaums zusammenläuft.

Nun geht’s an die Weihnachts-Deko: Befestige Deinen DIY-Christbaum an der Wand und schmücke seine Äste mit weihnachtlicher Deko, die Du mit Schnur oder Draht am Baum befestigst.

Fertig ist der selbstgemachte, nachhaltige Weihnachtsbaum!

Praktisch: Im nächsten Jahr kannst Du ihn einfach wiederverwenden oder die Deko austauschen.

Weihnachten ist vorbei und die Tanne hat ausgedient. Doch halt! Bevor Du den Baum zum Abtransport freigibst, solltest Du folgende Tipps zum Upcycling beherzigen. Selbst ein ausgedienter Baum findet nämlich durchaus noch Verwendung. Hier einige Ideen, wie Du das Bäumchen wiederverwenden kannst:

  • Die Nadeln eines ökologischen Baumes eignen sich hervorragend als duftender Badezusatz.
  • Die Zweige dienen als Frostschutz für Pflanzen im Garten, die Nadeln wehren Schnecken ab.
  • Geschreddert oder kleingeschnitten kannst Du mit den Resten des Baumes den Garten mulchen.
  • Auch als duftendes Brennholz eignet sich ein ehemaliger Weihnachtsbaum hervorragend.
  • Aus Tannennadeln von Bio-Bäumen lassen sich außerdem ganz einfach gesunde Tees und belebende Körperöle herstellen.
  • Fein gemörsert ergeben die Nadeln ein würziges Pulver, mit dem Du Speisen über das ganze Jahr verfeinern kannst.
  • Als Räucherwerk eingesetzt sorgen Tannen-, Fichten- oder Kiefernnadeln ganzjährig für einen frischen Duft in Deinen vier Wänden.

Die meisten Kommunen sammeln die Weihnachtsbäume nach den Feiertagen ein. In anderen Regionen kannst Du die Tanne über die Biotonne entsorgen. Den ausrangierten Baum im Wald aussetzen ist übrigens nicht erlaubt und kann, je nach Region, mit einem saftigen Bußgeld bestraft werden.

Solltest Du Haustiere haben, oder Freunden mit Haustieren zu Weihnachten ein nachhaltiges Geschenk machen wollen, dann probier doch mal unser Hunde- oder Katzenfutter. Ob vegetarisches Hundefutter oder Futter für Hund und Katze mit Insektenprotein sowie Hühnerfleisch aus artgerechterer Haltung und regionalen Zutaten - entdecke unser nachhaltigeres Futter:

Probierpaket

Probierpaket

Hund

Ganz einfach Richtung Nachhaltigkeit starten!

für 9,90 €

ZUM PRODUKT
InsectDog

InsectDog

Sensitive Adult

mit Insektenprotein und Reis

ab 3,99 pro kg

ZUM PRODUKT
Probierpaket

Probierpaket

Katze

Ganz einfach Richtung Nachhaltigkeit starten!

für 12,90 €

ZUM PRODUKT
FairCat Safe

FairCat Safe

mit Insektenprotein

Glutenfreie Rezeptur

ab 2,99€ für 300g

ZUM PRODUKT

Oh Tannebaum, Deine Ökobilanz ist kein Traum. Christbäume aus Weihnachtsbaumkulturen schaden der Umwelt, das haben zahlreiche Untersuchungen ergeben. Dennoch musst Du nicht auf einen Weihnachtsbaum verzichten, wenn Dir Nachhaltigkeit wichtig ist. Ökologische Tannenbäume mit Bio-Zertifikat sind eine umweltfreundliche Alternative zum herkömmlichen Weihnachtsbaum, außerdem gibt es regionale Anbieter, darunter Förstereien, die Dir bei der Suche nach einem nachhaltigen Christbaum behilflich sein können. Auch was die Weihnachts-Deko angeht, kannst Du selbst aktiv werden, um die Umwelt zu schützen: DIY lautet hier das Zauberwort! Damit machst Du der Natur ein großes Geschenk zu Weihnachten. Und kannst das Fest der Liebe ohne schlechtes Gewissen genießen!