geschrieben von Yvonne Langer

DIY Seed-Bombs: Samenbomben einfach selbst machen

 

Unsere Welt ein bisschen grüner machen – wer will das nicht? Mit so genannten Seed-Bombs ist das gar kein Problem! In nur drei Schritten zum blumigen Glück: Basteln, werfen, auf die Blumen warten. Ob im heimischen Garten oder überall dort, wo Du Dir ein kleines bisschen mehr Natur wünschen würdest: Dank ihrer Zusammensetzung lassen die Samenbomben fast überall Blümchen und Grün sprießen. Das willst Du auch mal ausprobieren? Mit unserer kleinen Anleitung kannst Du ganz einfach Deine eigenen Seed-Bombs basteln und Deinen Garten oder auch Deine Nachbarschaft ein wenig grüner machen!

Seed-Bombs sind kleine Kugeln, die aus Erde, Tonpulver, Kompost und natürlich Blumensamen bestehen. Einmal ausgeworfen braucht es nur noch ein wenig Regen und Feuchtigkeit und schon wachsen an Ort und Stelle bunte Blumen und schönes Grün. Auch das gehört zum nachhaltigen Leben. Perfekt, um unsere Städte ein wenig aufzuhübschen und freundlicher für Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten zu gestalten. Und ja, schöner als grauer Asphalt sehen Blumen natürlich auch aus!

 

117_GPF_Infografik_SeedBomb_600x900_RZ

Wenig Zeit und wenig Zutaten – aber eine große Wirkung! Für unser Seed-Bomb Rezept benötigst Du gerade einmal 15-30 Minuten, in denen Du Deine ganz eigenen Samenbomben herstellen kannst. Perfekt für eine kleine Nachmittags-Bastelei – auch für Kinder bestens geeignet. Und dafür brauchst Du auch gar nicht viele unterschiedliche Materialien.


Zutaten für Deine eigenen Seed-Bombs:

  • Wildblumensamen
  • torffreie Blumenerde oder Kompost
  • Tonpulver
  • Wasser

Halte außerdem eine Schüssel zum Mischen der Zutaten und ein Brett bereit. Ein Backblech tut es übrigens auch!


Diese Samen eigenen sich ganz besonders für Deine Seed-Bombs:


Generell kannst Du fast alle heimischen Arten in Deine Samenbomben mischen. Optimales Saatgut sind zum Beispiel diese Sorten:

  • Klatschmohn
  • Kapuzinerkresse
  • Kornblume
  • Ringelblumen
  • Eisenkraut
  • Fingerhut
  • Sonnenblumen
  • Kamille
  • Rotklee
  • Wilder Thymian
  • Ranunkel
  • Kosmee

Mach Dir am besten schon vorher Gedanken darüber, wo Du die Samenbomben am Ende abwerfen willst. Wird das zu begrünende Plätzchen zum Beispiel eher schattig oder sonnig sein? Hast Du Deine Saatgut-Auswahl getroffen, kannst Du mit der Herstellung der Samenbomben beginnen:


1. Mische den Ton und die Erde oder den Kompost in einer Schüssel. Das Verhältnis von Blumenerde oder Kompost sowie Ton sollte dabei etwa 4:3 sein. Je nach verwendeter Erde kann das optimale Mischverhältnis auch variieren.

2. Gib nun Deine Blumensamen dazu! Mische gerne verschiedene Samen miteinander, so wird jede Seed-Bomb eine einzigartige Blumenüberraschung bereithalten. Achte darauf, dass die Samen in der Masse gleichmäßig möglichst verteilt sind. Rechne mit einer Menge von etwa 20-30 Samen pro fertiger Kugel.


3. Gieße nun langsam etwas Wasser in die Schüssel, bis die Masse eine teigartige Konsistenz annimmt. Gieße das Wasser langsam, fast tröpfchenweise dazu: Der Teig sollte nicht zu nass werden, denn Du willst ja schließlich noch kleine Samenbällchen daraus formen können!

4. Nimm Dir nun eine kleine Portion der Masse aus der Schüssel und forme vorsichtig kleine, etwa tischtennisballgroße Bällchen zwischen Deinen Handflächen. Verwende dabei nicht zu viel Druck, um die Samen nicht zu beschädigen.

5. Lege die fertig gerollten Kugeln nun auf ein Brett oder ein Backblech und stelle sie zum Trocknen ans Fenster – gerne in die Sonne! Achte darauf, Deine Seed-Bombs regelmäßig zu drehen, damit sie von allen Seiten durchtrocknen können. Nach ein paar Tagen sollten Deine Seed-Bombs dann bereit zum Einsatz in der Natur sein!

 

Die Aussaat ist ganz einfach: Lass Deine Seed-Bombs einfach dort fallen, wo Du lieber ein kleines Blumenmeer hättest. Zum Beispiel bei der nächsten Gassirunde mit Deinem Vierbeiner. Und dann? Einfach abwarten und Tee trinken. Deine Arbeit ist getan!


Du solltest die Samenbomben vor der Aussaat nicht aufbrechen oder anderweitig bearbeiten. Ja, sie sind im trockenen Zustand fast steinhart, aber das bringt seine Vorteile mit sich! Auch eingraben musst und solltest Du die Seed-Bombs nicht. Übrigens sind Seed-Bombs deshalb so effektiv, weil sie mit dem eingearbeiteten Ton direkt einen Nährboden mitbringen. Sie sind damit viel effektiver, als wenn Du Samen einfach so auf dem Boden verstreuen würdest. Außerdem bietet diese Hülle den Samen Schutz vor Wind oder Räubern wie Vögel oder Insekten. So bleiben sie geschützt, bis der nächste Regen die Bällchen aufweicht und das Saatgut aktiviert.


Die vielleicht beste Jahreszeit ist natürlich der Frühling. Allerdings kommt der beste Zeitpunkt auch stark darauf an, für welche Saatmischung Du Dich entschieden hast und wo genau Du Deine Bomben hast fallen lassen. In Parks und auf privaten Grundstücken haben Deine Seed-Bombs natürlich nichts verloren. Auch auf dichten Rasenflächen werden sich die Samen nicht gut behaupten können. Viel besser geeignet ist da der eigene Garten, Dein Balkon oder die ein oder andere Brachstelle in Deiner direkten Umgebung.

Wer die Seed-Bombs erfunden hat, ist nicht ganz geklärt. Einige Quellen führen das Prinzip auf die alten Ägypter zurück, die schon am Nil Seed-Bombs zur Landwirtschaft genutzt haben sollen. Andere Quellen führen Teile Asiens oder Afrikas als Ursprungsort der Seed-Bombs an. So genau weiß das wohl niemand mehr!


Fest steht: Die moderne Form der Seed-Bombs fand ihr Revival in den 1970ern in den USA, genauer gesagt in New York. Unter dem Namen "Green Guerillas" schlossen sich dort einige Leute zusammen und begannen damit, Samenbomben auf verlassene Grundstücke und andere Brachstellen zu werfen, um ihre Stadt wieder schöner zu machen. Das "Guerilla Gardening" war geboren: Also die heimliche Aussaat von Pflanzen im öffentlichen Raum als Form des politischen Protests. Gegen Verwahrlosung oder das Fehlen von öffentlichen Grünflächen und für eine lebenswertere, grünere Umwelt. Vor allem in den Großstädten.

 

Ein kleiner Hinweis

Ohne Erlaubnis ist die Bepflanzung und Ausbringung von Saatgut auf fremden Grundstücken natürlich verboten und stellt in Deutschland sogar eine Straftat dar. In manchen Städten und Gemeinden wird Guerilla Gardening aber sogar begrüßt. Trotzdem gilt: Lieber vorher freundlich nachfragen, bevor Du Deine Seed-Bombs auf fremdem Gelände abwirfst.

 

Seed-Bombs sind super schnell und einfach an einem Nachmittag selbst gebastelt. Die Herstellung ist unkompliziert und der Effekt kann wunderschön sein. Auch als kleines Gastgeschenk machen die Samenbomben ordentlich was her und tun auch noch etwas für unsere Umwelt. Ob im eigenen Garten, auf dem Balkon oder wo auch immer Deine Seed-Bomb hinfällt: Ein bisschen mehr Grün freut nicht nur uns Menschen, sondern bietet auch Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel und Bienen. Und das hilft uns am Ende allen!