geschrieben von Yvonne Langer

Saisonales, regionales Obst und Gemüse für Hunde und Katzen

 

Obst und Gemüse sind wichtige Bestandteile in der Ernährung der Vierbeiner. Sie liefern neben Vitaminen und Mineralstoffen wichtige Ballaststoffe, die eine gesunde Magen-Darm-Funktion und das Immunsystem unterstützen können. Man kennt die lustigen Bilder, auf denen ein Hund herzhaft in eine Melone beißt. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Wir haben für Dich einen Saisonkalender mit Obst und Gemüse zusammengestellt, die Du Deinem Liebling füttern kannst – und zwar aus regionalen Quellen, ohne lange Transportwege über den halben Erdball.

 

Gemüse ist in den meisten Trocken- und Nassfuttersorten enthalten. In unserem Green Petfood-Futter findest Du zum Beispiel Kartoffeln, Erbsen oder rote Linsen. Wenn Du Deinen Liebling barfst, solltest Du in der Tat Obst und Gemüse mit auf den Speiseplan setzen, um seinen Nährstoffbedarf zu decken. Egal, wie die Basisernährung Deines Lieblings aussieht: Über ein Stück Obst oder Gemüse als Leckerli für Zwischendurch freut er sich ganz bestimmt.

Damit der Hund oder auch die Katze das Gemüse gut verwerten kann, kann man es pürieren oder leicht andünsten. Einige Obst und Gemüsesorten kann man aber auch roh verabreichen. Als grobe Faustregel gilt: Gemüse, das der Mensch nur gekocht verträgt, sollte auch Hund und Katze nicht roh angeboten werden.

Nicht jeder Vierbeiner verträgt alle Gemüse- und Obstsorten gleichermaßen gut. Neben der Wahl der Sorten ist die richtige Dosierung ein wichtiger Punkt. Gib am besten Leckerli in dieser Form nur in kleinen Mengen und taste Dich dabei ganz vorsichtig heran. Manches Obst und Gemüse ist reich an Kalorien. Wenn Du Deinem Liebling solch ein Leckerli gibst, reduziere die Tagesration des Futters entsprechend.

Unsere Samtpfoten sind meistens nicht so heiß auf pflanzliche Snacks wie Hunde. Woran liegt das?

Seit Jahrtausenden lebt der Hund nun an der Seite des Menschen und hat sich ihren Lebensverhältnissen angepasst. Im Vergleich zum Wolf besitzt der Hund eine wesentlich bes­sere körperliche Ausstattung zur Verdauung stärkereicher Kost. Er ist somit durchaus in der Lage, auch pflanzliche Nährstoffe aufzunehmen und verstoffwechseln zu können. Denke nur an die Zeiten unserer Vorfahren, in denen der Hund die Reste am Tisch oder das Getreide vom Feld bekommen. Der domestizierte Hund ist mittlerweile ein Allesfresser.

Unsere Samtpfoten sind reine Fleischfresser, auch wenn ihre wilden Verwandten ebenfalls den Darminhalt der Beutetiere fressen. Da ihre Ernährung aber hauptsächlich aus tierischem Protein besteht, benötigt eine Katze benötigt nur ganz wenig Pflanzenkost.

Hunde können sehr viele Sorten Gemüse essen, von denen viele in heimischen Gefilden angebaut werden. Wir verraten Dir, welche dies sind und wie diese zu füttern sind.
 
  • Blattgemüse: Kopf-, Endivien- und Feldsalat sind für Hunde geeignet. Sie weisen einen hohen Wassergehalt auf und enthalten Vitamine und Mineralstoffe. Darüber hinaus liefern sie Ballaststoffe für ein ausgeglichenes Darmmilieu.
  • Chicorée: Chicorée ist ein natürlicher Insulinlieferant und enthält Vitamin C, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Er ist für Hunde sehr gesund ist, aber leider mögen ihn viele wegen des bitteren Geschmacks nicht so gerne.
  • Gurke: Für die Vierbeiner sind Gurken grundsätzlich gesund und sehr schmackhaft. Gurken haben einen extrem hohen Wassergehalt und sorgen dafür, dass Dein Hund zusätzlich Wasser aufnimmt. Allerdings können durch Gurken Vergiftungserscheinungen auftreten, wenn sie Cucurbitacine enthalten. Das sind Bitterstoffe, die in Kürbisgewächsen wie der Gurke oder der Zucchini vorkommen können. Diese sind für Menschen und Tiere giftig. Normalerweise enthalten die Gurken, die für Verzehr gezüchtet werden, keine Cucurbitacine. Doch durch das selbst anpflanzen im heimischen Garten können Gurken diesen Stoff enthalten. Enthält eine Gurke Cucurbitacine, schmeckt sie bitter. Dann kann sie nicht verfüttert werden. Wenn Du Deinem Hund als Gurken aus dem eigenen Garten geben möchtest, dann probieren sie vorher einfach. Schmeckt die Gurke normal, kann sie ohne Bedenken verfüttert werden.
  • Erbse (grün): Die Erbse gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie sollten vor dem Verzehr immer erst gargekocht werden. Bei Verfütterung von Erbsen sollte auch immer auf die individuelle Verträglichkeit geachtet werden.
  • Karotten: Karotten sind reich an Ballaststoffen und enhalten hohe Mengen des Provitamins A, das Beta-Carotin. Sie können wegen ihrer guten Akzeptanz ganz frisch oder gekocht gefüttert werden.
  • Kartoffeln: Kartoffeln sind vor allem für Hunde mit Allergien oder Unverträglichkeiten eine ideale Kost. Sie enthalten Kohlenhydrate, Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine, Natrium, Kalzium und Phosphor. Roh sind sie schwer verdaulich und sollten daher immer erst gekocht werden. Grüne Stellen sind giftig und müssen entfernt werden.
  • Kohl: Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Weisskohl und Wirsing gehören alle der Familie der Brassicaceae (Kreuzblütengewächse) an. Diese enthalten neben Glucosinolaten (Senfölglycoside) auch einen bestimmten Gehalt an SMCO (S-Methylcysteinsulfoxid). Diese können sich schädigend auf Leber und Niere auswirken. Aus diesem Grund sollte auf eine rohe Verfütterung unbedingt verzichtet werden. Darüber hinaus enthalten Kohlsorten mehr oder weniger unverdauliche Zucker (Raffinose, Stachyose), die selbst in gekochtem Zustand zu Blähungen und Bauchschmerzen führen können. Die Menge, die ein Tier davon verträgt, sollte individuell geprüft werden.
  • Kürbis: Kürbisse enthalten Vitaminen A, C, D und E. Das Fruchtfleisch enthält Kalium, Kalzium und Zink. Zudem liefern sie viel Beta-Carotin. Kürbisse regen die Verdauung an, lindern Entzündungen und stärken das Immunsystem. Sie sind daher sehr gesund für den Hund. Kürbis sollte nur gekocht angeboten werden.
  • Mangold: Mangold ist reich an Eiweiß und Mineralien. Am besten ist es, wenn man ihn leicht dünstet, bevor man ihn an den Hund verfüttert.Da Mangold Oxalsäure enthält, sollte dieser bei Hunden die zu Harnsteinen neigen oder bei wachsenden Hunden nicht verfüttert werden.
  • Paprika: siehe Tomaten
  • Rote Beete: Rote Beete enthält viel Oxalsäure. Durch den Kochvorgang kann der Oxalatgehalt deutlich reduziert werden. Das Kochwasser sollte entsprechend nicht verfüttert werden. Neigt der Hund zu Harnsteinen (Calcium-Oxalat-Steinen), so sollte auf die Fütterung von Rote Beete ganz verzichtet werden. Rote Beete sollte wegen der enthaltenen Oxalsäure nur in sehr kleinen Mengen und besser nicht an wachsende Hunde verfüttert werden. Merke: Rote Beete sind faserreich und dienen somit der Darmpflege. Bei der Verfütterung größeren Mengen kann es zu Darmproblemen wie z.B. Blähungen kommen.
  • Schwarzwurzel: Das Wurzelgemüse ist eine hervorragende Ergänzung der täglichen Ernährung des Hundes. Die Wurzeln dienen als nährstoffreiche Speicherorgane und sind somit zum Verzehr bestens geeignet.
  • Spinat: Spinat enthält ebenfalls relativ viel Oxalsäure. Hier gelten die gleichen Hinweise wie bei der Rote Beete. Spinat zeichnet sich durch viele Vitaminen und Mineralstoffen aus. Bei frischem Spinat müssen die Stängel und Blattrippen entfernt werden. Sie enthalten Nitrat. Dieses wird im Hundekörper in das schädliche Nitrit umgewandelt.
  • Steckrübe: Steckrüben besitzen viele Nährstoffe und sind zudem sehr kalorienarm. Sie enthalten Vitamin C, Calcium, Kalium und Magnesium, Beta-Karotin, Eisen, Provitamin A und die Vitamine B1 sowie B2. Sie sind für den Hunde ein richtiges Powergemüse.
  • Tomaten: Die roten Früchte gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Das von ihnen gebildete Solanin kann unter anderem zu Durchfall und Erbrechen führen. Das Zellgift Solanin ist aber nur in den grünen Pflanzenanteilen und in den unreifen Früchten enthalten. Deshalb sollten rohe, unreife Tomaten und deren grüne Teile nicht verfüttert werden.
  • Zucchini: Zucchini enthält Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor und ist daher gesund für den Hund und leicht verdaulich.
Anders als bei manchen Gemüsesorten müssen Beeren und Äpfel nicht gekocht werden. Hunde vertragen viele Obstsorten in kleineren Mengen ohne Probleme und fressen sie sehr gerne.
 
  • Apfel: Äpfel enthalten viele Mineralstoffe und Spurenelemente und wichtige Vitamine wie Provitamin A, die Vitamine B1, B2, B6, E und C Niacin und Folsäure. Die Pektine aus reifen Äpfeln haben eine verdauungsregulierende Wirkung.
  • Birne: Die Birne gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie enthalten wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Kleine Mengen werden vom Hund sehr gut vertragen. Es sollte darauf geachtet werden, dass nur vollreife Früchte angeboten werden.
  • Brombeere: Die Brombeere ist reich an Gerbstoffen, enthält Flavonoide, Schleimstoffe und Vitamine. Schon bei den Römern war sie eine beliebte Heilpflanze. Den vitaminreichen Früchten sagt man ein hohes antioxidatives Potenzial nach.
  • Erdbeeren: Das enthaltene Vitamin B sorgt für bessere Konzentrationsfähigkeiten, schönes Fell und das Natrium bindet Säuren. Erdbeeren sind reich an Vitamin C und süß und werden von den Fellnase meistens mit großer Begeisterung vernascht.
  • Hagebutte: Hagebutten sind die Früchte der Heckenrose und enthalten Vitamin C, Carotinoide, Pektine und Gerbsäuren. Sie sollen antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Da sie allerdings nicht großflächig in Deutschland angebaut werden, greift man am besten auf die Ausbeute im Garten zurück.
  • Heidelbeeren: Heidelbeeren sind kalorienarmer Snack. Sie sind reich an Vitamin C, Ballaststoffen und Antioxidantien, die das Immunsystem stärken. Da sie im Gegensatz zu anderen Früchten zuckerarm sind, können auch Hunde mit Diabetes die leckeren Beeren genießen.
  • Himbeeren: Himbeeren sind der ideale Snack für zwischendurch, da man sie einfach roh verfüttern kann. Himbeeren sollen gegen Rheuma, Verstopfung, Durchfall oder Magen- und Darmentzündungen helfen. Außerdem enthalten sie viele Vitamine.
  • Johannisbeeren (schwarz): Sie gehört zur Familie der Stachelbeergewächsen und kommt als Kulturpflanze in Europa, Asien und Nordamerika vor. Die recht herben Beeren enthalten Vitamin C und antioxidativ wirkende Anthocyane.
  • Preiselbeere: Preiselbeeren gehören zu den Heidekrautgewächsen und sind auf der nördlichen Erdhalbkugel zu finden. Sie enthalten radikalfangende Anthocyane, Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem sollen sie antibakteriell wirken. Da sie allerdings nicht großflächig in Deutschland angebaut werden, greift man am besten auf die Ausbeute im Garten zurück.
  • Sanddorn: Er gehört zu den Ölweidengewächsen und wächst u.a. auf den sandigen Böden der Ostseeküste. Die Beeren des Sanddorns sind reich an Vitaminen, Carotinoiden und Gerbstoffe.
  • Steinobst: Kirschen, Pflaumen und Aprikosen sind für Hunde geeignet. Obstkerne und -steine sollten vor der Verfütterung bzw. vor dem Pürieren unbedingt entfernt werden, da diese Blausäure enthalten.
Die meisten Samtpfoten können mit pflanzlichen Snacks nichts anfangen. Hier findest Du eine kleine Übersicht an regionalen Gemüse- und Obstsorten, die Deine Katze fressen kann.
  • Erbse (grün): Die Erbse gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie sollten vor dem Verzehr immer erst gargekocht werden. Bei Verfütterung von Erbsen sollte auch immer auf die individuelle Verträglichkeit geachtet werden.
  • Karotte: Karotten sind reich an Ballaststoffen und enhalten hohe Mengen des Provitamins A, das Beta-Carotin. Sie können wegen ihrer guten Akzeptanz ganz frisch oder gekocht gefüttert werden. Am besten fein geraspelt oder püriert.
  • Kürbis: Kürbisse enthalten Vitaminen A, C, D und E. Das Fruchtfleisch enthält Kalium, Kalzium und Zink. Zudem liefern sie viel Beta-Carotin. Kürbisse regen die Verdauung an, lindern Entzündungen und stärken das Immunsystem. Kürbisse sind sehr faserreich und helfen Deiner Katze ihr Futter gut zu verdauen. Den Kürbis immer vorher weichkochen.
  • Spinat: Spinat ist für Hunde und Katzen gleichermaßen gesund. Mit den Vitaminen A, C und K, sowie Kalzium und Eisen ist Spinat super gesund für beide Vierbeiner.

Warum sind Heidelbeeren, Aroniabeeren, schwarze Johannisbeeren und Brombeeren für Katzen ungeeignet?

Um die in Pflanzen (-teilen) enthaltenen Phenole ausscheiden zu können, müssen diese zunächst in der Leber entgiftet werden. Katzen haben aus physiologischen Gründen einen Mangel an dem dafür notwendigen Enzym. Deshalb kann es bei wiederholter Zufuhr phenolhaltiger Beeren und Pflanzenteilen zu einer toxischen Anreicherung im Organismus kommen. Dies kann zu Leber- und Nierenschäden führen.

 

Mit einem saisonalen, regionalen Einkauf unterstützen wir unsere Landwirte in der Umgebung und halten die CO2-Emissionen aufgrund kurzer Transportwege gering. Und auch Dein Haustier kann viele der leckeren Obst- und Gemüsesorten als Snack genießen! Der Hund als Omnivor hat hierbei einen deutlichen Vorteil, denn er verträgt weitaus mehr Leckereien als unsere Samtpfoten. Egal, welches Obst oder Gemüse Du fütterst: Das, was der Mensch nur gekocht verträgt, sollte auch Hund und Katze nicht roh angeboten werden. Bei Unsicherheiten pürierst oder dünstest Du die Snacks am besten vor der Fütterung. Achte zudem immer darauf, dass Du Deinem Liebling nur kleine Mengen anbietest und beobachte genau, wie er auf den Snack reagiert. Ansonsten steht einem schmackhaften Leckerli nichts mehr im Wege!