geschrieben von Yvonne Langer

Was dürfen Katzen nicht essen – 16 Tipps für die richtige Katzenernährung

Katzen sind von Natur aus eher mäkelig und kulinarisch anspruchsvoll. Nicht selten lassen sie eine Mahlzeit stehen, wenn sie nicht ultrafrisch, in der richtigen Temperatur und im Lieblingsnapf serviert wurde. Doch trotz der hohen Erwartungen an den Speiseplan obsiegt bisweilen auch die kätzische Neugier. Ob Zimmerpflanzen, liegengelassene Küchenreste oder Leckereien, die der Dosenöffner in guter Absicht anbietet – bestimmte Lebensmittel sind für unsere Miezen tabu. Was dürfen Katzen nicht essen?
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Kommt ein miauender Mitbewohner ins Haus, ist die Verunsicherung bei den Haltern oft groß. Was darf meine Katze alles essen? Gerade unerfahrene Katzenmamas und -papas fürchten Fehltritte in der Ernährung ihrer Fellfreunde. Schließlich sind so manche Gaumenfreuden des Menschen Gift für Katzen – das weißt Du spätestens dann, wenn Deine Mieze nach einem ah so leckeren Happen plötzlich mit Durchfall oder Erbrechen zu kämpfen hat. Was ist verboten und was nur in Maßen erlaubt? Was fressen Katzen gerne außer Katzenfutter?
Das Bild einer Katze, die genüsslich aus einer Milchschüssel schleckt, kennen die meisten Menschen. Auf den Bauernhöfen landet Kuhmilch meist immer noch im Katzennapf und niemand zerbricht sich den Kopf darüber. Und trotzdem steht die Zutat sehr oft auf der Liste der verbotenen Lebensmittel. Was ist dran? Ist Milch etwa giftig für Katzen? Das ganz sicher nicht. Aber… Ähnlich wie viele Menschen, die an einer Laktose-Intoleranz leiden, vertragen die meisten erwachsenen Katzen keine laktosehaltigen Milchprodukte mehr. Sie sterben nicht davon und bekommen auch keine ernsthaften Krankheiten, der Milchzucker ist für viele Katzen allerdings schwer bzw. unverdaulich und kann zum Durchfall führen.

Tipp 1:

Wenn Du Deine Mieze ab und an mit Milch oder einem anderen laktosehaltigen Produkt verwöhnen willst, teste mit einer kleinen Menge, ob ihre Verdauung das flüssige Leckerchen auch packt. Willst Du auf Nummer sicher gehen, kannst Du zu der laktosefreien Milch für Menschen greifen. Die spezielle Katzenmilch enthält leider meist Zucker und sonstige unnötige Zusätze und ist obendrauf auch völlig überteuert.

Die meisten Stubentiger werden zu aufdringlich miauenden Tyrannen, wenn sie Käse riechen. Denn Katzen lieben Käse – und das meist unabhängig von der Sorte: weich, hart oder frisch. Allerdings gehört Käse meist in die gleiche Kategorie wie Milch – das leckere Lebensmittel enthält – abhängig von der Sorte – mal mehr, mal weniger Laktose, die leichte Verdauungsstörungen bis hin zu schweren Durchfällen verursachen kann. Und solltest Du Dich fragen: Joghurt, Butter und Hüttenkäse zählen ebenfalls dazu. Und selbst, wenn Deine Katze nach dem Käseverzehr keine Magenrevolution bekommt, ist das protein- und fetthaltige Lebensmittel nicht unbedingt förderlich. Denn Katzen decken ihren Bedarf nach diesen wichtigen Nährstoffen bereits mit Fleisch. Zu viel Käse könnte zu einer Überversorgung mit Eiweiß und Fett führen. Deswegen solltest Du Deiner Katze, wenn überhaupt, Käse und andere Milchprodukte nur in geringen Mengen kredenzen. Auch aufgrund der enthaltenen Gewürze und Salz.

Tipp 2:

Ist Deine Katze ein großer Käse-Fan, der darauf ohne eine Magenverstimmung reagiert, kannst Du ihr gelegentlich ein kleines Stückchen geben. Frisch- und Weichkäse sowie nur kurz gereifte Hartkäsesortenenthalten mehr Laktose als die mit langer Reifezeit.
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Der Thunfischgeruch, der aus einer geöffneten Dose entweicht, ruft so gut wie jede Katze auf den Plan. Für den Geschmack des festen Fleisches würden die meisten Miezen freiwillig auf ihre Mäusemahlzeiten verzichten. Und dennoch: Gerade Thunfisch kann viel von der organischen Verbindung Methylquecksilber enthalten. Das giftige Element nehmen die durch alle Ozeane schwärmenden Raubfische aus ihrer Beute auf: Queck­silber reichert sich in Plankton an, das dann von den plankton­fressenden Fischen verzehrt wird. Es stammt aber auch aus der industriellen Verschmutzung der Meere. Queck­silber kann bei der Katze Vergiftungserscheinungen auslösen.

Tipp 3:

Du musst Deiner Katze die beliebte Fischspeise nicht gänzlich verwehren, sie darf Thunfisch aber nur selten und in geringen Mengen essen. Da der klassische Thunfisch aus der Dose in der Regel viel Salz und Gewürze enthält, greife lieber zum Dosenfutter mit Thunfisch oder zu frischem Thunfisch, den Du kurz garst. Im rohen Zustand enthält Thunfisch das Enzym Thiaminase, welches Thiamin, also Vitamin B1 für den Organismus unbrauchbar macht. Im rohen Fisch ist auch Trimethylamin enthalten, eine organische Verbindung, die Eisen bindet und bei langfristiger Aufnahme Anämie verursachen kann. Achte beim Thunfischkauf aber auf die Herkunft und die Fangart.
Die Barfer unter den Katzenhaltern würden bei der Frage nur müde lächeln – schließlich kredenzten sie ihren Samtpfoten täglich eine naturnahe Mahlzeit aus Frischfleisch und sinnvollen Zutaten. Auch rohes Hähnchenfleisch – der Salmonellen-Schreck vieler Köche – landet bei BARF-Fans im Katzennapf.  Doch nicht jede Katze verträgt rohes Fleisch gleich gut. Miezen, die sonst Fertigfutter essen, kommen mit der naturgegebenen Verkeimung des rohen Fleisches oft schlechter zurecht als die gebarften Katzen, deren Verdauungstrakt an die bakterielle Herausforderung gewöhnt ist. Besonders gefährdet – und das unabhängig von der Fütterungsart – sind immungeschwächte Tiere, bei denen ernsthafte Erkrankungen bis zur Blutinfektion auftreten können.  Doch welches Fleisch dürfen Katzen roh fressen? Grundsätzlich jedes – mit einer Ausnahme: Schweine- bzw. Wildschweinefleisch. Diese Fleischsorten sollst Du wegen der Gefahr der für Katzen tödlichen Aujeszky-Krankheit (AK) nicht roh verfüttern. Bei den Hausschweinen, die als Wirte für das Herpesvirus fungieren, wurde die Seuche zwar ausgerottet - Deutschland gilt seit 2003 als AK-frei –, doch immer wieder treten Fälle des Aujeszky-Virus bei Wildschweinen auf. Außerdem ist auch die ausländische Herkunft von Schweinefleisch nicht immer auszuschließen.
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Beachte: Grundsätzlich ist das Risiko einer Infektion bei rohem Fleisch höher als bei Fertigfutter. Auch die Möglichkeit der Keimübertragung auf Menschen ist nicht ausgeschlossen – relevant vor allem für Schwangere, neugeborene Kinder oder Senioren. Das trifft allerdings auch für die Zubereitung von Fleisch im Allgemeinen.

Tipp 4:

Möchtest Du Deiner Katze durch rohes Fleisch neue Gaumenfreuden bescheren, machst Dir aber Sorgen wegen des erhöhten Infektionsrisikos, kannst Du das Stückchen Fleisch auch garen.
Eier sind für Katzen gesund, weil sie reichlich Aminosäuren und Vitamine enthalten. Das Eiklar solltest Du aber – im Gegensatz zu Eigelb – nie roh geben. Das rohe Eiweiß enthält nämlich Avidin und Ovomucin.
Avidin ist ein Glykoprotein, das die Fähigkeit besitzt, Vitamin B7 zu binden. Bekommt die Katze zu oft rohes Eiklar, kann der Körper das wichtige Vitamin – auch als Biotin bekannt – nicht aufnehmen, weder das aus der Nahrung noch das, was die Mikroorganismen der Darmflora produzieren. Das kann Biotin-Mangelerscheinungen zur Folge haben. Ist das Eiweiß gestockt, wird das Avidin denaturiert und kann mit dem in der Nahrung enthaltenen Biotin keine unlösliche Verbindung mehr eingehen - die Gefahr des Mangels an Vitamin B7 besteht nicht mehr.
Das Protein Ovomucin wiederum ist ein Hemmstoff von Trypsin, einem wichtigen Enzym im Verdauungstrakt. Wird Trypsin gehemmt, kann das zu Verdauungsproblemem führen.

Tipp 5:

Mit einem wachsweich gekochten Ei oder Spiegelei mit noch flüssigem Eigelb bist Du auf der sicheren Seite.
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Aufschnitt jeder Art ist für Katzen nicht giftig, soll allerdings nur sporadisch verfüttert werden. Wurstwaren wie gekochter und geräucherter Schinken, Salami oder Leberwurst beinhalten zahlreiche Gewürze und meist viel Salz – Zutaten, die im Katzennapf nichts zu suchen haben. Bei Rohwurstwaren aus Schwein, die nicht komplett durchgegart wurden, gilt das Gleiche wie bei rohem Schweinefleisch .

Tipp 6:

Gelegentlich darfst Du weich werden und Deine Wurst, Schinken oder Salami mit Deiner Katze teilen, wenn sie komplett durchgegart sind. Lass es aber nicht zur Gewohnheit werden.
Dass Katzen keine Veganer sind, die lieber an einem Apfel nuckeln als hinter der Maus zu jagen, dürfte wohl auch den unerfahrensten Tierhaltern klar sein. Und dennoch gibt es ein paar Obstsorten, die die meisten Katzen mögen und als eine nette Abwechslung des Speiseplans dankbar annehmen. Welches Obst darf meine Katze fressen? Ganz klar gehören Bananen aufgrund ihres süßen Geschmacks und der weichen Konsistenz zu den Highlights unter den Früchten. Auch Wassermelone findet bei den meisten Miezen begeisterte Abnehmer.
Zu den buchstäblich verbotenen Früchten gehört Steinobst wie Pflaumen, Pfirsiche und Aprikosen. Die Kerne enthalten nämlich Blausäure, die je nach Dosis innerhalb weniger Sekunden zu Vergiftung und eine kurze Zeit später zum Tod durch innerliche Erstickung führen kann. Die Obstkerne sind allerdings für Hunde wesentlich gefährlicher, weil diese dazu neigen, beim Spielen harte Gegenstände zu zerbeißen.
Auch Weintrauben und Rosinen solltest Du aus dem kätzischen Speiseplan streichen. Die meisten Katzen mögen die Früchte zwar nicht, sollten sie sich dennoch dazu hinreißen lassen, kann der Verzehr zu Magenschmerzen und Durchfall bis zu Nierenschädigung und Tod führen. Es ist nach wie vor unbekannt, welcher Inhaltsstoff der Weintraube die Vergiftung auslöst, und die gefährliche Dosis ist auch nur bei Hunden erforscht.

Tipp 7:

Serviere die Melonen frisch, ohne die Schale und klein geschnitten.
Anders als Hunde, die zahlreiche Gemüsesorten lieben, sind Katzen leidenschaftliche Fleischfresser, die Gemüse eher links liegen lassen. In freier Wildbahn kommen die Raubkatzen nur durch den Mageninhalt der Beutetiere mit pflanzlicher Kost in Berührung. 

Nicht jedes Gemüse ist für Katzen geeignet. Was der Mensch nur gekocht verträgt, bekommt in dieser Form auch der Katze gut. Vorsicht ist bei Kohl und Hülsenfrüchten geboten: Zu viel davon kann unangenehme Blähungen oder Bauchschmerzen auslösen. Auch Lauchgewächse wie Zwiebel, Schnittlauch oder Knoblauch sind wegen der enthaltenen Schwefelverbindungen in jedem Zustand – roh, gebraten oder gekocht – gefährlich für Katzen. Wegen des hohen Solaningehalts und der unaufgeschlossenen Stärke dürfen auch rohe Kartoffeln nicht im Katzennapf landen.  
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Am meisten geeignet sind noch Spinat, Petersilie (nur in kleinen Mengen) und Sprossen, die die meisten Stubentiger auch gerne essen. Es gibt auch Katzen, die Feldsalat dem Katzengras vorziehen. Das letztere sollte allerdings immer zur Verfügung stehen – es ist eine wertvolle Verdauungshilfe, die den Abgang der Haarballen erleichtert.

Das gleiche gilt für das übrig gebliebene Kartoffelwasser nach dem Kochen: Das Solanin löst Bauchkrämpfe, Grippesymptome und allgemeine Desorientierung aus. Unreife Tomaten, grüne Paprika und Auberginen enthalten wiederum Atropin, das bei Katzen zu Herzrhythmusstörungen führen kann.

Tipp 8:

Um die Akzeptanz von Gemüse zu verbessern, kannst Du es mit Hilfe einer Haushaltsreibe fein zerkleinern. Anschließend mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Kleingehakte Petersilie oder fein geraspelte Möhre, verfeinert mit einem hochwertigen Pflanzenöl bringt Abwechslung sowie wertvolle Vitamine und Fettsäuren in den Napf .

Saisonkalender

Hier kannst Du herausfinden, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat und gut für Deine Katze sind. So kannst Du Deinen Vierbeiner guten Gewissens mit gesunden Snacks versorgen!

Mehr
Katzen sind Beutetiere und jagen gern nicht nur Mäuse oder Vögel, sondern grundsätzlich alles, was sich bewegt. Fliegen gehören zu den kleinen Alltagsfreuden im Katzenleben: Sie sorgen für artgerechte Beschäftigung, sportliche Herausforderung und kleine, aber feine Leckerbissen. Katzen leben damit ihren Spieltrieb aus – bevor sie eine Fliege tatsächlich verspeisen, lecken sie meist nur die Flügel ab, damit das Insekt nicht wegfliegen kann. So in den Bewegungen beeinträchtigt, stellt die Fliege ein leichtes Opfer dar und dient der Katze als lebendiger Puck in einem für Menschen recht grausamen Hockeyspiel. Auch in freier Wildbahn gehören Fliegen und andere Insekten auf den natürlichen Speisenplan der Katzen und liefern hochwertiges Protein.

Tipp 9:

Im Spiel können Katzen auch gefährlichen Insekten wie Bienen oder Wespen zu nahekommen. Achte darauf, dass Deine Katze nicht gestochen wird.
Hundefutter ist für Katzen nicht giftig, Du musst also nicht in Panik verfallen, wenn sich Deine Mieze mal an einem Hundenapf bedient hat. Allerdings darf das nicht zum Ritual werden, weil durchschnittliches Hundefutter ein für die Katze ungeeignetes Nährstoffprofil aufweist. Katzen brauchen ein sehr eiweißreiches und vor allem taurinhaltiges Futter, weil sie die Aminosulfonsäure nicht selbst synthetisieren können. Halbfeuchte Hundealleinfuttermittel können auch Propylenglykol als Konservierungsstoff enthalten. Dieser ist für die Katze ungeeignet.

Tipp 10:

Wenn Deine Katze regelmäßig Hundefutter stibitzt, lass sie in einem separaten Raum fressen und entsorge liegen gebliebene Futterreste im Hundenapf. 
Die meisten Katzen sind für Brot nicht zu begeistern – und das ist sehr gut so. Brot ist aufgrund seiner einseitigen Zusammensetzung für die Miezen nicht zu empfehlen. Besondere Vorsicht gilt bei Pilzbefall: Verschimmeltes Brot kann Erbrechen, Muskelzittern, erhöhte Atmung, gestörte Herzfrequenz und Aggressivität nach sich ziehen. Manchmal treten auch Krämpfe auf.

Tipp 11:

Knabbert Deine Katze gerne an etwas Festem, greife lieber zu speziell auf die Bedürfnisse der Katze angepassten Snacks statt zu Brot.
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Zwischen 30 und 40 Prozent aller Katzen im Alter von ­­mehr als zehn Jahren leiden an einer Niereninsuffizienz. Je schwächer die Nierenleistung, desto schlechter das Allgemeinbefinden: Die Katze frisst schlechter und die Konzentration harnpflichtiger Substanzen, insbesondere Harnstoff, Kreatinin und Phosphat steigt. Im Spätstadium kann auch zum erhöhten Blutdruck und Übersäuerung des Körpers kommen. Das macht eine Futterumstellung nötig. Eine nierenkranke Katze braucht eine spezielle Nierendiät, die das Organ entlastet und seine Ausscheidefunktionen fördert. Die Krankheit ist unheilbar, die Nierenschädigung schreitet jedoch in der Regel nur zögerlich voran und kann mit einer konsequenten Nierendiät deutlich verlangsamt werden.

Eine niederfreundliche Diät basiert auf folgenden Kriterien:

  • Weniger, dafür hochwertiges Protein
    Die Proteinversorgung sollte bei Katzen mit Nierenproblemen moderat reduziert werden, die Proteinqualität sollte dafür umso höher sein, sodass der Großteil des aufgenommenen Proteins bereits im Dünndarm verdaut wird. Statt bindegewebshaltiger Fleischsorten wie Nacken- und Schlundfleisch, Mägen sowie Sehnen oder Knorpel solltest Du auf hochwertiges Muskelfleisch zurückgreifen. Auch Ei- und Milchprodukte sind hochwertige Proteinquellen. Durch den reduzierten Proteingehalt und die hervorragende Verwertbarkeit des Proteins fallen bei einer Nierendiät weniger stickstoffhaltige Abbauprodukte an. Eine zu starke Proteineinschränkung soll aber unbedingt vermieden werden.
  • Weniger Phosphor
    Der Phosphorgehalt im Futter soll unbedingt reduziert werden. Eine zu hohe Phosphoraufnahme führt zu einer Beschleunigung des Krankheitsprozesses. In Folge dessen kommt es zur vermehrten Ablagerung von Kalziumphosphat in der Restniere, die dadurch in ihrer Kapazität weiter reduziert wird. Einige Nierendiäten enthalten mikrobiell fermentierbare Kohlenhydrate, welche eine Reduktion des pH-Werts im hinteren Verdauungstrakt bewirken. Dadurch wird das Gleichgewicht von Ammoniak in Richtung Ammonium verschoben. Ammonium wir über den Darm ausgeschieden und belastet so die körpereigenen Exkretionsprozesse nicht. N-3- Fettsäuren können positive Effekte auf Entzündungsparameter sowie die renale Perfusion haben. Eine gute Quelle hierfür ist Fischöl.
  • Mehr Fett
    Nierenkranke Katzen fressen in der Regel schlecht. Um dem Gewichtsverlust entgegen zu wirken und den Appetit anzuregen, sollst Du auf den Fettgehalt im Futter erhöhen. Fett ist ein hervorragender Geschmacksträger und belastet die Nieren wenig. Je fetter das Fleisch, umso weniger Protein enthält es – und das entlastet die Niere auch. Gut geeignet sind: Gänse- oder Entenfleisch, fettes Rindfleisch oder gegartes Schweinefleisch sowie Lachs oder Makrele. Du kannst auch verschiedene tierische Fette einsetzen, optimalerweise ein Fischöl.
  • Ausreichend Kalium, Natrium bedarfsgerecht
    Durch eine mangelnde Rückresorption von Kalium aus dem Harn sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Kalium geachtet werden. Eine Überversorgung mit Natrium sollte aufgrund der negativen Auswirkungen von Bluthochdruck unbedingt vermieden werden.
  • Ausreichend Vitamine
    Darüber hinaus sollte man für eine bedarfsgerechte Versorgung mit wasserlösliche Vitaminen und Vitamin D sorgen.
  • Ausreichend Wasser
    Du sollst der Katze ermöglichen – und sie bei Bedarf auch dazu animieren – genügend zu trinken.  Auch wenn der Harndrang höher ist, darfst Du den Zugang zum Trinkwasser oder die Wassermenge nicht einschränken, um die Urinmenge zu reduzieren.

Tipp 12:

Auf Leckerli und Kausnacks müssen nierenkranke Katzen leider verzichten.
Kurz nach der Operation kannst Du Deiner Katze etwas frisches Wasser, aber kein Futter anbieten. Solange das Narkosemittel noch in der Blutbahn vorhanden ist, besteht die Gefahr, dass die Katze nach der Futteraufnahme erbricht. Du darfst sie wieder füttern, wenn die Narkose abgeklungen ist, das Tier sich wieder koordiniert bewegen kann und einen wachen Eindruck macht.

Tipp 13:

Es kann bis zu zwei Tagen dauern, bis die Katze nach der Kastration wieder normal frisst.

Indem Katzen Pflanzen fressen, reinigen sie ihren Magen von Haaren, die sie beim Putzen ihres Fells aufnehmen. Das beliebte Katzengras hilft der Katze, die Haarballen herauszuwürgen. Allerdings knabbern die Stubentiger auch aus Langeweile oder Neugier an Blättern und Blüten, ohne zwischen den schädlichen und den harmlosen zu unterscheiden. Sorge für eine sichere Katzenumgebung und verzichte auf giftige Pflanzen, die schwere Verletzungen verursachen können.

Diese Pflanzen sind für Katzen giftig:
 
  • Baumfreund
  • Birkenfeige
  • Christrose
  • duftende Engelstrompete
  • Efeutute
  • Elefantenohr
  • Fensterblatt
  • Frühlingskrokus
  • Gartentulpe
 
 
 
  • Gemeiner Steckapfel
  • Goldregen
  • Hyazinthe
  • Knollenbegonie
  • Maiglöckche
  • Oleander
  • Osterglocke
  • Osterlilie
 
 
 
  • Palmfarn
  • Schneeglöckche
  • Wachsblume
  • Wandelrösche
  • Weihnachtsstern
  • Zamioculcas
  • Zimmerkalla
  • Zimmer-Alpenveilchen

Tipp 14:

Unsere Stubentiger lieben Katzenminze, Baldrian und Katzengras. Daraus kannst Du in der Wohnung einen richtigen Dschungel gestalten.
So schwer es Dir auch fallen sollte, Deine Lieblingssüßigkeiten mit Deiner Mieze nicht zu teilen, ist Schokolade für Katzen tabu. Kakao enthält Theobromin – eine Substanz, die hochgiftig für unsere Stubentiger ist. Schon in kleinen Mengen kann das Alkaloid Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, Hecheln, erhöhte Atmung, Muskelzittern und Krämpfe auslösen. Auch Tod ist beim Schokoladenverzehr möglich – ein Drittel von einer Tafel dunkler Schokolade kann bei einer 5 kg schweren Katze tödlich sein. Je höher der Kakaogehalt der Schokolade ist, desto höher ihr der Theobromin-Gehalt.

Tipp 15:

Verzichte bei Deiner Katze gänzlich auf Schokolade und andere Kakaoprodukte. Auch andere Süßigkeiten sind ungesund. Denn selbst, wenn weiße Schokolade kein Theobromin enthält, besteht sie aus viel Zucker – schlecht für die Zähne, den Blutzucker und die Bauchspeicheldrüse.
Der gesunde Menschenverstand weiß es: Chips sind schon für uns nicht gesund – für den kleinen Katzenkörper erst recht nicht! Zu viele Gewürze, zu viele gesättigte Fette. Du tust Deiner Katze keinen Gefallen, wenn Du mit ihr Chips oder Salzgebäck teilst. Und solltest Du Dich grad fragen, ob Deine Mieze gerne an Deinem Morgenkaffee nippen oder etwas Feierabendbier genießen würde – Finger weg! Genussmittel wie Alkohol, Tee oder Kaffee sind hoch giftig! Sowohl Alkohol als auch Kaffee und Tee (auch Kräutertees) können zu einer Vergiftung und Schäden an Leber, Nieren und im Magen-Darm-Trakt führen.

Tipp 16:

Auch wenn Du selbst eine echte Naschkatze bist und Dein Stubentiger zu der neugierigen Sorte gehört – weder Fastfood noch Genussmittel sind für Tiere geeignet. Lege Dir ein paar gesunde Katzenleckerli zurecht – für den Fall, dass Deine Mieze um Chips oder Salzstangen bettelt.

Viele Lebensmittel, die für Menschen harmlos sind – ja in der Küche hochgeschätzt werden – können für Katzen sehr gefährlich sein. Auch viele Zimmer- oder Gartenpflanzen könnten den neugierigen Knabbermonstern zum Verhängnis werden. Lass Dich auf keine Experimente mit Deiner Samtpfote ein. Mit der Liste der Substanzen, die auf den Speiseplan Deiner Katze nicht gehören, bist Du gut für den Alltag gewappnet.