geschrieben von Alexandra Popp

Wie Du für Deine Katze einen Kratzbaum selber bauen kannst

 

Wenn Du Deine Katze in der Wohnung hältst, gibt es viele Möglichkeiten sie zu beschäftigen. Und das ist auch wichtig, denn Bewegung und spielerische Aktivitäten sorgen für ein ausgelassenes Wesen. Unterforderte Haustiere können schnell Verhaltensprobleme entwickeln. Möchtest Du deshalb für Abwechslung und Entertainment sorgen? Mit etwas handwerklichem Geschick kannst Du einen Katzen-Kratzbaum selber bauen. Ein Spiel- und Schlafparadies nach Deinen Vorstellungen passend zu den Bedürfnissen Deiner Samtpfote. Im folgenden Kratzbaum-DIY zeigen wir Dir, wie das geht und was Du dafür brauchst.

Ein Kratzbaum erfüllt gleich mehrere Dinge auf einmal: Deine Katze kann sich dort körperlich austoben, spielen, die Krallen abwetzen und entspannen bzw. zurückziehen. All das ist wichtig für Deinen Stubentiger. Und wenn Du ihn hauptsächlich in der Wohnung hältst, solltest Du für einen solchen Ausgleich unbedingt sorgen.

Doch warum selber bauen? Natürlich kannst Du viele Modelle kaufen. Aber wenn Du ein bisschen handwerkliches Geschick mitbringst, empfehlen wir Dir, den Kratzbaum selber zu bauen. Das hat mehrere Vorteile:

  • Passe den Kratzbaum an die Fitness bzw. das Alter Deiner Katzen an.
  • Entwerfe den Kratzbaum je nach Spielvorlieben und Bedürfnisse Deiner Samtpfote.
  • Gestalte den DIY-Kratzbaum im Stil Deines Wohnraums mit den passenden Materialien und Farben.
  • Lebe Dich kreativ aus und mache den Kratzbaum zum Blickfang.
  • Du bestimmst die Qualität und hast das Budget selbst in der Hand.
  • Erweitere den Kratzbaum jederzeit individuell.

Im Grunde ist jede Katze anders. Und jede Wohnung auch. Wenn Du den Kratzbaum selber baust, kannst Du entscheiden, wie er aussieht und ihn genau an die Stelle anpassen, wo er stehen soll (Wohnzimmer, Flur, Balkon). Außerdem kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen und ein großes Entertainment-Paradies gestalten: Integriere den DIY-Kratzbaum zum Beispiel in eine Katzen-Kletterwand, die Du ebenfalls selber bauen kannst.

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Bevor Du die genaue Planung angehst, solltest Du folgende Dinge berücksichtigen:

  • Wie aktiv ist Deine Katze? Also welche Elemente machen Sinn oder werden benötigt?
  • Wie alt ist Deine Katze? Braucht sie evtl. mehr Stufen, Rampen oder Liegeflächen?
  • Wie schwer ist Deine Katze? Bei großen bzw. schweren Katzen muss der Baum eine höhere Stabilität aufweisen.
  • Wie viel Budget hast Du für das Projekt geplant?
  • Wo soll der Kratzbaum stehen?

Expertentipp:

Die Maße sowie die Beschaffenheit richten sich nach Deinem Wunschort. Wenn Du zum Beispiel vorhast, den Kratzbaum selber für den Balkon zu bauen, musst Du diesen zusätzlich absichern. Schließlich soll Deiner Katze beim Toben nichts passiert.

Wenn Du einen Plan hast, wie Dein selbstgebauter Kratzbaum aussehen soll, geht es mit dem Material weiter. Als erstes brauchst Du einen geeigneten Baumstamm. Hier bewähren sich zum Beispiel Holzarten von Obstbäumen. Um einen Kratzbaum selber zu bauen, eignen sich Birken, Eichen oder Buchen ebenfalls sehr gut. Von Nadelhölzern raten wir ab, denn sie sind weicher und halten den Krallen Deiner Katzen womöglich nicht so lange stand wie andere Holzarten. Außerdem harzen sie sehr und es besteht die Gefahr, dass sich das Fell Deines Lieblings verklebt.

Sie haben mehrere Möglichkeiten einen geeigneten Baumstamm zu beschaffen:

  • Aus dem eigenen Garten bzw. von Freunden oder Nachbarn
  • Aus einem Sägewerk
  • Vom Holzhändler oder Landwirt
  • Aus Gärtnereien
  • Im Wald (wende Dich hier immer an einen Förster)
  • Treibholz, falls Du an der Küste lebst

Wichtig:

Der Baumstamm muss in jedem Fall lang genug sein, damit Deine Katze ausgestreckt daran kratzen kann.

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Wenn Du den Kratzbaum selber baust, benötigst Du eine Bodenplatte, die stabil ist.

Hierfür eignen sich sehr dicke Holzplatten oder eine Gussform, die Du selbst mit Blitzbeton auffüllen kannst.

Beides bekommst Du im Baumarkt.

Je nachdem welche Elemente Du an Deinem Kratzbaum integrieren möchtest, brauchst Du ein paar zusätzliche Materialien.

Hier findest Du einige Ideen im Überblick:

  • ​Weitere Äste als Kletterelemente oder als Halterung für eine Hängematte/ein Liegeelement
  • Weitere Baumscheiben oder Bretter als Ebenen für Liegeflächen und Aussichtspunkte
  • Sisalseil, gerne auch in verschiedenen Stärken
  • Sisalteppich oder Kratzpappe
  • Weiche Stoffe zum Auspolstern von Ruheebenen
  • Einen Korb für mögliche Höhlen oder Rückzugsebenen
  • Lange Holzschrauben, Nägel und Tackernadeln
  • Evtl. Holzleim oder Heißkleber – achte darauf, dass sie wasserfest bzw. speichelfest und nicht giftig sind
  • Doppelseitiges Klebeband
  • Winkel zur Befestigung der Ebenen
  • Stoff oder Plüsch für Liegemulden oder zum Auspolstern
  • Bei Gussform, Blitzbeton für das Standbein

Geeignetes Werkzeug solltest Du ebenfalls zur Hand haben:

  • Akkuschrauber/Bohrmaschine
  • Schraubenzieher
  • Tacker
  • Teppichmesser oder Schere
  • Säge, falls Sie das Holz der Ebenen noch zuschneiden müssen
  • Schleifpapier
  • Hammer
  • Spachtel
  • Maurerkelle
  • Wasserwaage

Expertentipp:

Wenn Du das Holz für die Kratzbaum-Ebenen im Baumarkt besorgst, kannst Du es dort meist kostenlos auf das passende Maß zuschneiden lassen. So sparst Du Dir das Zusägen zu Hause.

Nachdem Du alle Materialien besorgt hast, kannst Du Deinen Kratzbaum zusammenbauen. Hierfür haben wir Dir eine einfache Anleitung in 10 Schritten vorbereitet:

1. Falls der Baum noch Rinde hat, entferne diese noch draußen mit einem Spachtel. Das hat den Vorteil, dass der Baum schneller trocknet und Insekten, die womöglich unter der Rinde sind, nicht mit ins Haus kommen.

Wichtig:

Wenn der Baum noch nass ist, lasse ihn erst ein paar Wochen trocknen. Sonst kann es sein, dass er sich nach dem Aufbau verzieht und Deine Konstruktion am Ende schief ist.

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2. Stelle die Bodenplatte her, wenn Du Dich für eine Gussform mit Blitzbeton entschieden hast.

3. Beklebe die Bodenplatte, egal ob Holz oder Beton, mit Sisalteppich. Das sieht wohnlicher aus.

4. Befestige den Baumstamm an der Bodenplatte. Dies bildet das Fundament:

  • Bodenplatte aus Holz: Schraube den Baumstamm von unten an die Bodenplatte. Nehme lieber ein paar Schrauben zu viel als zu wenig. Hier geht es schließlich um die Stabilität Deines Kratzbaums.
  • Bodenplatte aus Beton: Stelle den Baumstamm in den nassen Beton und lasse es aushärten.

5. Wickel das Sisalseil um den Stamm und die Äste. Befestige den Anfang und das Ende mit Tackernadeln und achte darauf, dass keine Lücken entstehen. Du kannst das Seil mit ein wenig Heißkleber zwischendurch fixieren.

6. Beklebe die restlichen Ebenen ebenfalls mit Sisalteppich. Das schont das Holz und Deine Katze hat weitere Möglichkeiten ihre Krallen abzuwetzen.

7. Schleife die Ränder der Ebenen und Äste ggf. etwas ab, um abstehende Holzsplitter zu entfernen und die Kanten runder zu machen.

8. Falls eingeplant, bringe einen Korb oder eine Höhle als Rückzugsort auf einer der Ebenen an. Verwende dafür am besten Schrauben.

9. Baue nach Geschmack noch eine Hängematte oder Spielmöglichkeiten wie eine Affenfaust ein.

10. Ergänze den selbstgebauten Kratzbaum mit einem Fummelbrett. Mit diesem Futterspiel förderst Du die Intelligenz Deiner Samtpfote und stillst gleichzeitig ihren Jagdinstinkt.

Weitere Tipps zum Aufbau:

  • Messe alles genau aus, bevor Du anfängst. Mache Dir eine Skizze und eine genaue Materialplanung.
  • Je nach Größe und Länge des Kratzbaums muss auch die Bodenplatte angemessen groß und stabil sein. Bedenke: Deine Katze sollte darauf spielen und herumtoben können, ohne dass der Baum wackelt oder umfällt. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, befestige den Baum zusätzlich an der Wand oder an der Decke (wenn deckenhoch). Oder plane ein zweites Standbein ein.
  • Achte besonders darauf, dass alle Materialien ungefährlich für Katzen sind, vor allem bei Farbe und Kleber.
  • Beseitige Verletzungsgefahren wie Splitter oder abstehende Nägel/Schrauben.
  • Locke Deine Katze am Anfang mit ein bisschen Trockenfutter oder Leckerlis auf den Baum, falls sie sich anfangs nicht trauen sollte.

Du bist auf dem Geschmack gekommen und möchtest neben dem DIY-Kratzbaum noch weitere Kletter- und Spielmöglichkeiten für Deine Katze selber bauen? Mit etwas handwerklichem Geschick und der passenden Anleitung gestaltest Du diese ganz leicht. Ergänze zum Beispiel den neuen Kratzbaum um eine DIY-Kletterwand.

In unserem DIY-E-Book rund um die Katze findest Du außerdem jede Menge weitere tolle Ideen zum selber machen: baue einen kleinen Kaktus-Kratzbaum als weitere Kratzmöglichkeit in einem anderen Zimmer für Deine Fellnase. Oder wie wäre es mit einem Katzen-Tipi oder selbstgemachtem Katzenspielzeug?

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Für einen selbstgemachten Kratzbaum brauchst Du ein bisschen mehr handwerkliches Geschick als für andere Katzenspielzeuge. Aber wenn Du Dich gerne kreativ austobst und Spaß am selber Bauen hast, dann ist dieses Projekt genau das Richtige für Dich! Gleichzeitig schenkst Du Deiner Samtpfote einen individuell gestalteten Kratzbaum, auf welchem sie sich jederzeit austoben kann. Dort kann sie sich zudem ungestört zurückziehen, wenn sie etwas Ruhe braucht. In jedem Fall wünschen wir Dir viel Vergnügen beim Bauen und Deiner Katze viel Freude beim Erkunden, Kratzen und Erholen!