geschrieben von Yvonne Langer

Katze gestorben – was tun, um die Trauer zu bewältigen?

 

Die meisten Katzen genießen ihre sieben Leben in vollen Zügen. Ist jedoch der Tag gekommen, an dem Deine Katze stirbt, heißt es Abschied nehmen und Trost finden. Um Deine Trauer zu bewältigen und Deine Katze in liebevoller Erinnerung zu behalten, solltest Du Dich um eine geeignete letzte Ruhestätte oder eventuelle Beisetzung kümmern. Wir zeigen Dir, welche Abschieds- und Beisetzungsmöglichkeiten es gibt. Wir möchten Dir hilfreiche Tipps geben, wie Du die Trauer um Deine geliebte Katze alleine und mit Deiner Familie bewältigen kannst.

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Am schönsten ist es natürlich, wenn Deine Katze bis ins hohe Alter gesund bleibt und Du Dich lange Zeit auf den Abschied vorbereiten kannst. Im Durchschnitt erreicht eine Hauskatze ein Alter von 16 Jahren. Freigänger werden leider aufgrund des hohen Unfall- und Verletzungsrisikos durchschnittlich nur 8 Jahre alt. Nichtsdestotrotz gibt es ebenso Miezen, die stolze 20 Jahre und älter werden können. Nicht jedem Stubentiger ist dieses Glück vergönnt, da sich mit dem Alter Krankheiten entwickeln können oder ein Unfall plötzlich alles verändert.

Ist Deine Katze gesundheitlich nicht eingeschränkt, ist es möglich, dass sie ihre letzten Lebenstage Zuhause verbringt und sich in Eurem gemütlichen und ruhigen Heim zurückziehen kann Für Dich als Katzenbesitzer ist es wichtig, nun persönlich Abschied zu nehmen, gemeinsamer Erlebnisse zu gedenken und dankbar für all die glücklichen Jahre zu sein. Wichtig ist, dass es Deiner Katze dabei gesundheitlich wirklich gut geht und sie sich nicht eingeschränkt fühlt.

Du als Besitzer hast bis zum letzten Tag Verantwortung für Dein Tier und solltest ihm einen schmerzfreien und leichten Lebensabend bereiten können. Dazu gehört auch, gemeinsam mit dem Tierarzt über die Einschläferung zu reden, wenn Deine Miez z. B. chronisch krank ist, Schmerzen erleidet oder in Folge eines Unfalls unlösbare Komplikationen entstehen.

Gemeinsam mit Deinem Tierarzt kannst Du Dich darüber beraten, ob und wann es Zeit ist, Abschied zu nehmen. Viele Tierärzte bieten an, zu dir nach Hause zu kommen, um deiner Samtpfote in vertrauter Umgebung den Weg über die Regenbogenbrücke zu ebnen. Egal, ob Zuhause oder in der Praxis – du darfst in aller Ruhe von deinem geliebten Stubentiger Abschied nehmen, ihn in den Arm nehmen und streicheln, bis er friedlich eingeschlafen ist.

So schwer es auch fällt: Ist Deine Katze gestorben, musst Du Dich für eine Bestattungsmaßnahme entscheiden. Die 5 häufigsten Bestattungsmöglichkeiten sind:

  • Der Tierfriedhof: Ein Tierfriedhof ermöglicht Dir die Beerdigung Deines Tieres, auch wenn Du keinen eigenen Garten hast. Das Personal des Friedhofes berät Dich zu allen Fragen rund um die Bestattung. Auf Wunsch holt es Deine Katze ab, überführt sie ins Tierkrematorium und beerdigt sie schließlich. Bereite Dich darauf vor, dass Du sowohl die Kosten eines Liegeplatzes als auch die Sargkosten selbst tragen musst.
 
  • Das Tierkrematorium: Möchtest Du die Asche Deiner Katze zuhause aufbewahren oder an einer besonderen Stelle verstreuen, führt kein Weg am Krematorium vorbei. Hier kannst Du Deine Katze einzeln einäschern lassen und sie im Anschluss in einer Urne aufbewahren. Willst Du dies nicht, ist auch eine Sammeleinäscherung möglich
 
  • Die Tierkörperbeseitigungsanstalt: Es gibt Bestattungsmöglichkeiten, die für den einen oder anderen vielleicht extrem erscheinen. Auch wenn wir von Green Petfood sanftere Bestattungen vorziehen, möchten wir Dir folgende Optionen nicht vorenthalten: Du kannst nämlich Dein Tier nach dem Einschläfern direkt beim Tierarzt zu lassen. Deine verstorbene Katze wird dann in die Tierverwertungs- bzw. Tierkörperbeseitigungsanstalt überführt, in der sie gemeinsam mit anderen toten Tieren bei 133° C thermisch sterilisiert wird. Unter hohem Druck entsteht ein Tiermehl, das in Industriebetrieben Anwendung findet. Eine weitere Option ist der Tierpräparator, der Deine Samtpfote ausstopfen kann.
 
  • Die Beisetzung im eigenen Garten: Wer einen eigenen Garten hat, kann seine Katze dort selbst beerdigen. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch, dass Deine Katze nicht an einer ansteckenden Krankheit verstorben ist (Seuchenschutz) und dass sie mindestens 50 cm tief in die Erde eingesetzt wird, damit Wildtiere sie nicht ausgraben. Bei einem Mietgrundstück ist grundsätzlich immer der Vermieter um Erlaubnis zu bitten. Eine Beisetzung in einem Wasserschutzgebiet oder an einem öffentlichen Platz (z. B. Wald, Park, Wiese etc.) ist verboten.

Ist Deine geliebte Katze gestorben, kann die Trauer oft sehr präsent sein. Es ist wichtig, diesen Gefühlen Raum zu geben, um den Verlust zu verarbeiten. Zweifel oder ein schlechtes Gewissen sollten Dich dabei nicht beschleichen. Du hast Dein Tier nach bestem Wissen und Gewissen gepflegt und ihm einen würdigen Lebensabend geschenkt. Laut der Schweizer Psychologin Verena Kast trauern Menschen für gewöhnlich in 4 Phasen, die jeder unterschiedlich schnell durchlebt:

1. Phase
Leugnen und Nicht-wahrhaben-Wollen. Du kannst den Verlust über Deine verstorbene Katze nicht glauben. Ein Zuhause ohne sie fühlt sich fremd und unstimmig an.

2. Phase
Wut und andere aufbrechende Emotionen. Die Enttäuschung darüber, dass Deine geliebte Miez nicht mehr da ist, macht Dich wütend. Aber auch die Todesursache löst in Dir negative Gefühle aus.

3. Phase
Innere Auseinandersetzung mit dem Verlust. Du kehrst in Dich und verarbeitest den Verlust. Tränen fließen und eine tiefe Sehnsucht tritt ein. Aber auch Dankbarkeit und das Schwelgen in Erinnerungen sind präsent.

4. Phase
Neuer Selbst- und Weltbezug. Du erkennst, dass Deine verstorbene Katze nun über die Regenbogenbrücke gegangen ist und Du Dein Bestes getan hast, um sie zu umsorgen. Du reflektierst Deine Handlungen und Erinnerungen und kannst neue Kraft tanken.

Insbesondere wenn Kinder mit im Haushalt leben, ist es wichtig, sich gemeinsam mit dem Tod der Katze zu beschäftigen. Beantworte die Fragen Deines Kindes, so sanft es geht. Sei für Dein Kind da, nimm es in den Arm und spende Trost. Hilf Deinem Kind dabei, die Phasen der Trauer zu bewältigen, nimm ihm Schuldgefühle und gib Rückhalt. Leben noch andere Katzen bei Dir im Haushalt, sollten auch sie sich von ihrem verstorbenen Artgenossen verabschieden können. Damit sie nicht unruhig die Wohnung absuchen und den Tod realisieren können, sollten sie den verstorbenen Stubentiger sehen dürfen. Wenn Katzen trauern, sind sie häufig sehr introvertiert, ziehen sich zurück, miauen stark oder verweigern Spiel und Futter. Als Katzenbesitzer solltest Du Deinem Tier Liebe und Verständnis entgegenbringen und ihm die Ruhe geben, die es zur Verarbeitung der Trauer braucht.

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Eines steht fest: Ein verstorbenes Haustier kann nie durch ein neues ersetzt werden. Die Phasen der Trauer sind wichtig, um mit dem Verlust umzugehen und die Liebe zu einem neuen Haustier möglich zu machen. Ob und wann man sich für eine neue Katze bereit fühlt, muss dabei individuell entschieden werden. Ein neues Kätzchen sollte niemals mit der bloßen Intention, das Loch im Herzen zu füllen, adoptiert werden, sondern dann, wenn es sich für Dich richtig anfühlt. Andernfalls könnten Deine Erwartungen enttäuscht werden und sich negativ auf das gemeinsame Leben mit Deiner neuen Katze auswirken. Ein Abschied kann immer einen Anstoß für einen Neubeginn zur Folge haben. In welchem Tempo dies geschehen soll, musst Du allein entscheiden.

Lebt noch eine Katze bei Dir zuhause, die einen engen Bezug zum verstorbenen Tier hatte, solltest Du mit der Neuanschaffung ca. 10–12 Monate warten. Je nachdem, wie Deine hinterbliebene Katze trauert, kann es zu Streit zwischen ihr und dem neuen Tier kommen. Bemerkst Du, dass Deine Katze unter der Einsamkeit leidet, ist eine frühere Adoption unter Umständen möglich.

Wir alle wissen, dass der Tod zum Leben gehört. Ist jedoch der Tag des Abschieds gekommen, fällt es uns schwer, mit dem Verlust und der Trauer fertigzuwerden. Es ist schön, wenn man seine Katze bis ins hohe Alter zuhause pflegen darf. Ebenso wichtig ist es jedoch, für sein Tier Verantwortung zu übernehmen und es auf seinem Weg über die Regenbogenbrücke zu unterstützen, wenn es sich quält. Es gibt verschiedene Arten, Deine verstorbene Katze zu bestatten. Welche Methode für Dich die richtige ist, solltest Du in Ruhe und ggf. mit Deiner Familie entscheiden. So schwer es Dir auch fällt – die Trauer um den Verlust Deiner Miez zeigt Dir, wie lieb Du sie hattest. Sie gibt Dir die Chance, Dankbarkeit zu zeigen, sodass Du Dich in Zukunft vielleicht wieder für eine Katze öffnen kannst.