geschrieben von Leonie Becker

Wenn der Hund nicht frisst – 10 Gründe für Appetitlosigkeit

 

Einst ist er fröhlich um Dich herumgesprungen, sobald Du auch nur in die Nähe des Futternapfes gekommen bist – jetzt interessiert sein Futter Deinen Hund nicht die Bohne? Wenn der Hund einmalig keinen Appetit hat, ist das noch kein Grund zur Sorge. Wenn die Fressunlust aber häufiger auftritt, solltest Du der Sache auf den Grund gehen.
Von der Ernährung über die Gesundheit bis zu hormonellen Ursachen:
Wir haben 10 Gründe zusammengetragen, welche die Ursache dafür sein können, dass Dein Hund nicht frisst.

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Angst zu haben, dass Dein Hund schnell verhungern könnte, brauchst Du nicht. Nicht, dass Du es darauf ankommen lassen solltest, aber: Gesunde, erwachsene Hunde kommen bis zu 25 Tage ohne Futter aus.
Wenn der Hund  dagegen nicht trinkt, ist das problematischer: Nach rund sechs Tagen wäre er dehydriert. So oder so: Wenn Dein Hund nicht frisst, hat das Gründe, die Du natürlich nicht erst suchen solltest, wenn es Deinem Hund bereits schlecht geht – je eher Du der Appetitlosigkeit auf den Grund gehst, desto besser.

10 mögliche Gründe warum der Hund nicht frisst

Genau wie wir Menschen reagieren auch Hunde sensibel auf Stress. Bist Du mit Deinem Vierbeiner umgezogen? Hat sich in seinem sozialen Umfeld eventuell etwas geändert, zum Beispiel ein neuer tierischer oder menschlicher Mitbewohner? Vermisst er eine Bezugsperson oder einen langjährigen Hundekumpel? Ist eine läufige Hündin in der Nähe, die seine Aufmerksamkeit erregt? Oder hat sich in seinem Alltag etwas geändert? Das könnte Stress beim Vierbeiner auslösen und ihm in der Folge auf den Magen schlagen.  
Sogar das Wetter kann Einfluss auf den Appetit haben.

Wenn der Hund plötzlich sein Futter verweigert, kann auch eine Verletzung oder Schmerz die Ursache sein. Schau nach, ob er vielleicht einen Fremdkörper im Maul hat oder sein Zahnfleisch verletzt oder entzündet ist.

Auch Krankheiten können sich in Appetitlosigkeit zeigen. Bakterielle Infektionen, Nierenprobleme, Verdauungsbeschwerden und andere Erkrankungen können dazu führen, dass der Hund nicht frisst. Besonders wenn parallel Symptome wie Fieber oder Erbrechen hinzukommen, solltest Du schnellstmöglich den Tierarzt aufsuchen, um sicherzugehen, dass hinter der Fressunlust der Fellnase keine ernsthafte Erkrankung steckt.

Wenn der Welpe nicht fressen will, kann das auch am Zahnwechsel liegen. Der Druck durch die neuen Zähne kann sich im Maul ganz schön unangenehm anfühlen. Meistens legt sich das, wenn der Milchzahn dem neuen Zahn Platz gemacht hat. Du kannst den Zahnwechsel beschleunigen, indem Du Deinem Welpen Kauspielzeug gibst und ihm Erleichterung verschaffen, wenn Du das Trockenfutter mit lauwarmem Wasser einweichst, solange der Wechsel vonstatten geht. In der Regel beginnt der Zahnwechsel beim Hund im Alter von etwa 4 Monaten, dauert rund drei Monate und ist mit dem neunten Lebensmonat abgeschlossen.  Wie lange es dauert, bis der Hund seine Milchzähne verloren hat, hängt auch von der Größe ab: Große Rassen beenden den Zahnwechsel meist früher als kleine Rassen.

Während der Läufigkeit oder bei einer Scheinträchtigkeit, verschwindet bei Hündinnen zuweilen der Appetit. Davon können auch Rüden indirekt betroffen sein: Es wird von Hunden berichtet, die während der Läufigkeitsphase einer Hündin in ihrem Umfeld selbst wenig Interesse am Futter zeigten. In dieser „heißen Zeit“ hat der Rüde schlichtweg anderes im Kopf als Futter. Da Hündinnen nur ein bis zwei Mal im Jahr läufig werden, ist der Zeitraum der Appetitlosigkeit aus hormonellen Gründen aber begrenzt und kein Grund zur Sorge.

Alte Hunde haben einen geringeren Energiebedarf und deswegen manchmal weniger Lust auf Futter. Sollte die Appetitlosigkeit beim alten Hund aber ein Dauerzustand sein, kann das auf Krankheiten, nachlassenden Geruchs- oder Geschmackssinn oder Steifheit hindeuten. Im letzteren Fall ist der Hund nicht mehr so beweglich und hat daher Probleme, an den Napf zu kommen. Du kannst ausprobieren, ob es Deinem Hund hilft, wenn Du den Futternapf erhöht positionierst, damit er es leichter erreichen kann. Da sich bei manchen alten Hunden auch das Sättigungsgefühl schneller einstellt, als bei ihren jüngeren Artgenossen, kannst Du testen, ob sich das Fressverhalten verbessert, wenn Du die Futterration auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilst. Lass Deinen Hund im Zweifelsfalle auf jeden Fall vom Tierarzt untersuchen, um auszuschließen, dass etwas mit seiner Gesundheit im Argen liegt.

Ein Leckerchen hier, ein Essensrest dort und zwischendurch noch eine Kaustange? Das Trockenfutter um ein bisschen Fleisch ergänzt und morgen ein ganz anderes Futter serviert? Keine gute Idee, denn dann herrscht bald Mäkelalarm! Wenn Hunde neben ihrem gewohnten Futter noch allerlei andere Leckereien bekommen, oder die tägliche Futterration durch Beigaben „aufgepeppt“ wird, können sie mäkelig werden und ihre Ansprüche so hoch schrauben, dass Du Deine liebe Mühe hast, ihren Geschmack zu treffen. In diesem Falle solltest Du auf Snacks zwischendurch verzichten, damit der Hund wieder auf den Geschmack kommt. Auch häufige Futterumstellungen solltest Du vermeiden.

Immer das Gleiche ist doch langweilig? Was für uns Menschen in Bezug auf Ernährung gilt, gilt nicht für den Hund. Er ist in Sachen Futter ein Gewohnheitstier, sein Verdauungstrakt ist nicht auf häufige Umstellungen ausgelegt und reagiert darauf mit Stress, Durchfall oder anderen Beschwerden. Wenn Du regelmäßig das Futter umstellst oder variierst, kann das auch dazu führen, dass der Hund starke Präferenzen entwickelt und bestimmte Futtersorten verweigert. Siehe Mäkelalarm!
Gewollte Futterwechsel solltest Du immer langsam und durchdacht angehen und bei einer Sorte bleiben, wenn Du Dich dafür entschieden hast und sie den Bedürfnissen Deines Vierbeiners entspricht. Manche Hunde brauchen länger, um sich zum Beispiel von Nassfutter auf Trockenfutter umzustellen. Auch der Wechsel von minderwertigem Futter mit einem hohen Zuckeranteil zu einem Futter besserer Qualität kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.

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Zwischen dem 7. und dem 11. Lebensmonat befinden sich einige Hunde in der sogenannten „Flegelphase“. In dieser Hundepubertät testen die Vierbeiner ihre Grenzen. Sollte Deine Fellnase auch im Umgang deutlich weniger gehorsam sein, als bisher gewohnt oder hast Du das Gefühl, dass er Dominanzverhalten an den Tag legt, kann das mit der Flegelphase zusammenhängen. Hier probiert der Hund aus, was passiert, wenn er das Futter (teilweise) verweigert. In diesem Falle solltest Du Dich nicht dazu erweichen lassen, ihm anderes Futter oder Leckereien anzubieten. Denn sonst lernt Dein Pubertier, dass es mit diesem Verhalten durchkommt und wird es auch noch über die Flegelphase hinaus hoffnungsfroh anwenden.

Sollte Dein Hund nicht fressen, beobachte genau, was er jenseits von seinen Hauptmahlzeiten noch zu futtern bekommt. Manchmal hat er vielleicht über den Tag schon eine Menge Leckerlis verspeist, weil er häufig belohnt wurde oder Gäste es gut mit ihm gemeint haben. Und ist schlichtweg satt, wenn es an die Hauptmahlzeit geht. Leckerchen, die Dein Vierbeiner zusätzlich bekommt, solltest Du im Speiseplan Deines Hundes miteinrechnen. So behältst Du einen besseren Überblick und verhinderst, dass Dein Vierbeiner immer einen Futterrest stehen lässt.

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Wenn gesundheitliche Ursachen vom Tierarzt ausgeschlossen wurden, kannst also auch Du Deinen Hund bei Fressunlust unterstützen. Und ihm mit einer stressfreien Umgebung, wenig Futterumstellungen und einer artgerechten Fütterung helfen, seinen Appetit wieder zu finden. Wenn Dein Hund nicht frisst, solltest Du den Napf übrigens nicht herumstehen lassen, sondern ihn wegnehmen und ihm das Futter später nochmal anbieten. Verzichte außerdem möglichst auf Leckereien zwischendurch. Wenn Du unterwegs Leckerlis zur Belohnung fütterst, dann kalkuliere diese in den Futterplan Deines Vierbeiners ein. Bleib konsequent, halte regelmäßige Fütterungszeiten ein und beobachte Deine Fellnase aufmerksam. Im Zweifelsfall hilft vielleicht auch eine zusätzliche Streicheleinheit, denn Liebe geht bekanntlich durch den Magen.