geschrieben von Leonie Becker

Hund im Winter: Gesund und munter durch die kalte Jahreszeit

Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Der erste Schnee fällt und auf den Pfützen spiegelt sich die Natur im Eis. So schön der Winter auch ist, so kalt kann er sein. Nicht nur wir Hundebesitzer müssen uns auf den Winter einstellen; auch viele Hunde brauchen während des Wetterumschwungs mehr Pflege und Aufmerksamkeit. Viele Hunde mögen den Winter sogar, sind gut gepolstert durch ihr Fell und spielen im Schnee. Wieder andere können es kaum erwarten, sich zuhause vor den warmen Ofen zu legen, und würden am liebsten gar nicht Gassi gehen. Ob Eisprinz oder Kaminvorleger – unsere Hunde müssen trotzdem raus und spazieren gehen. Ist es draußen sehr kalt und verschneit, solltest Du einige Gesundheitsvorkehrungen für Deinen Hund treffen. Wie Du Deinen geliebten Vierbeiner fit und fröhlich durch die Wintermonate bringst, zeigen wir Dir jetzt.

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Kurz vor den Feiertagen bist Du mit Deinem Hund im Auto unterwegs und willst noch schnell etwas einkaufen. Darfst Du Deinen Hund im Winter allein im Auto lassen? Wenn es sich nicht umgehen lässt und Dein Hund nicht zuhause auf Dich warten kann, kann er für kurze Zeit im Auto bleiben. Die meisten Hunde kommen deutlich besser mit Kälte zurecht als mit Wärme. Ideal wäre es, wenn das Auto bereits vorgewärmt ist. Generell solltest Du Deinen Hund nicht länger als wenige Minuten im Auto lassen. Denn die Wärme wird schnell weichen und im Auto ist es dann kälter als in einem Kühlschrank. Ohne Bewegung kann ein Hund bei kalten Temperaturen schnell auskühlen. Von einer Unterkühlung spricht man, wenn die Körpertemperatur auf 36° C und tiefer sinkt. Vor allem kleinere Hunde frieren schneller als große und dürfen zusätzlich mit einem Pulli oder Mantel geschützt werden.

Ab wann es Deinem Hund wirklich zu kalt wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie Kälteempfinden, Fellbeschaffenheit, Körperfett, Unterhautfett, Aktivitätsgrad, Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. 

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Winterurlaube in Skigebieten sind für viele Familien eine jährliche Tradition und auch der Hund darf bei diesen Aktivitäten nicht fehlen. Ob Wanderungen oder Skifahren – solange Dein Hund den Schnee mag und gesundheitlich nicht eingeschränkt ist, steht dem Winterurlaub mit Hund nichts im Weg. Jedoch solltest Du diese 10 Tipps unbedingt vorher beachten: 

  1. Überlege, welche Art von Urlaub für Deinen Hund in Frage käme und wie auch er auf seine Kosten kommt. 
  2. Suche Dir eine hundefreundliche Unterkunft, die Deinen Hund wirklich willkommen heißt. 
  3. Sprich ab, wer sich mit dem Hund beschäftigt, während Du auf der Piste Ski fährst. 
  4. Bei langen Autofahrten: Sichere Deinen Hund in einer Transportbox und plane genügend Pausen ein. 
  5. Vergiss das Hundezubehör nicht: ausreichend Futter, Körbchen, Spielzeug, Kausnacks, Medikamente, Impfpass. 
  6. Denk an eventuelle Hundekleidung für lange Wanderungen (Mantel, Booties etc.). 
  7. Stelle sicher, dass Dein Hund ausreichend geimpft ist. 
  8. Schenke Deinem Hund Liebe, Fürsorge und Schutz, wenn es ihm schwerfällt, sich an neue Umgebungen zu gewöhnen. 
  9. Lass Deinen Hund nicht den ganzen Tag allein in der fremden Unterkunft, sondern verbringe gemeinsame Zeit mit ihm. 
  10. Informiere Dich über einen Tierarzt in der Nähe, falls Dein Hund erkrankt oder sich verletzt. 

Die größten Pfotenprobleme für Hunde im Winter sind nicht Eis, Schnee und Kälte. Es ist das Streusalz auf den Straßen, welches Deinem Hund in zweierlei Hinsicht schadet: Hat Dein Hund einerseits rissige oder trockene Ballen, setzt sich das Streusalz zwischen diesen Ritzen ab und verursacht dort Schmerzen. Andererseits putzen und lecken sich viele Hunde nach ihren Gassirunden die Pfoten und nehmen somit das Streusalz auf. Das wiederum kann zu Magenproblemen führen. 

Die Lösung: Säubere die Pfoten Deines Hundes nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser. Ist das Streusalz abgewaschen, kannst Du sie mit Melkfett oder unserem DIY-Pfotenbalsam einreiben. Einige Hunde haben lange Haare zwischen den Ballen, an denen sich Eisklumpen bilden. Reizt das Eis die Pfoten zu sehr, sollten diese Haare gekürzt werden. Wer mag schon nasse Pfötchen! Mit unserem DIY-Pfotenhandtuch lassen sich die Tatzen deines Vierbeiners wunderbar säubern und du musst dich nicht mit Schmutz-Abdrücken im Flur rumärgern.

Für gewöhnlich sind die Pfoten eines Hundes sehr robust und für den Winter gewappnet. Reißen die Pfoten Deines Vierbeiners trotzdem ständig auf, können Booties eine Lösung sein. Hat sich Dein Hund erst einmal daran gewöhnt, stören ihn die Schuhe nicht mehr und schützen ihn vor Eis und Streusalz.

Kaum erblickt Dein Vierbeiner die weiße Pracht, buddelt er eifrig und wälzt sich genüsslich darin. Warum tut er das? Ganz einfach: Es macht ihm unheimlich viel Spaß! Viele Hunde lieben den Winter und tollen wie Kinder im Schnee herum. Jagen, hetzen, toben und springen durch die weiße Schneedecke ist für sie das Größte. Auch vor Schneeballschlachten mit ihren Besitzern machen sie nicht Halt.  

Wie lange Dein Hund im Schnee toben kann, ist von seinem Kälteempfinden und seinem Aktivitätslevel abhängig. Vor allem kleine Hunde frieren schneller und sollten deswegen lieber kleinere Gassirunden gehen. Hunde mit dicker Unterwolle, die Spaß beim Toben durch den Schnee haben, müssen sich im Winter nicht zügeln und können weiterhin ihre großen Spaziergänge genießen.

Vorsicht bei Schneeverköstigungen: Schnee sollten Hunde generell nicht essen! Weder einfach so zwischendurch auf der Wiese noch beim Spielen sollte Dein Hund große Mengen Schnee verschlucken. Dies kann nämlich zu einer unangenehmen Gastritis (Magenschleimhautentzündung) führen, die tierärztlich und mit Schonkost behandelt werden muss. Hat Dein Hund viel Schnee gefressen und nun fürchtest Du eine Gastritis? Zeigt er in den nächsten Tagen deutliche Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall, solltest Du Deinen Tierarzt kontaktieren.

Profi-Tipp für Schneekönige

Dein Doggo frisst unentwegt Schnee und du weißt einfach nicht, wie du ihn davon abhalten sollst. Hier unser Profi-Tipp: Bei längeren Spaziergängen im Winter lohnt es sich, deinem Hund etwas lauwarmes Wasser anzubieten. Manche Hunde haben dadurch weniger Lust auf Schnee.

Kurz und knapp: Ja, Dein Hund kann sich erkälten. Ein besonders hohes Risiko besteht dann, wenn er nass ist. Nasse Hunde sollten vor allem im Winter schnell abgetrocknet werden und sich an einem kuscheligen Ort aufwärmen dürfen. Durch Zugluft oder kalte Untergründe wie Beton, Fliesen oder Steine kann er sich verkühlen und erkranken. Bei einem geschwächten Immunsystem haben Krankheitserreger ein leichtes Spiel. Wer keine Lust auf Blasen- und Lungenentzündungen gefolgt von Fieber hat, darf seine Fellnase auf dem warmen Teppich in der Nähe einer Heizung liegen lassen.

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Die meisten Hunde brauchen im Winter keinen Mantel, wenn sie gesund und ausreichend ernährt werden und durch ein dickes Fell mit Unterwolle geschützt sind. Kurzhaarigen Hunden, die warme Temperaturen gewohnt sind oder wenig Unterwolle haben, kann jedoch ein Mantel helfen, sich an die Kälte im Winter zu gewöhnen. Wichtiger als das bloße Aussehen ist, dass der Mantel vor Nässe und Kälte schützt. Auch für alte und kranke Vierbeiner kann ein Hundemantel sinnvoll sein.  

 

Da es im Winter früher dunkel wird, kommst Du nicht umhin, auch im Dunkeln spazieren zu gehen. Dein Hund gehört zur Sorte „Ausreißer“? Um ihn nicht zu verlieren oder andere Verkehrsteilnehmer zu behindern, solltest Du ihn mit einem Leuchthalsband, einer Warnweste oder Reflektoren am Mantel gut sichtbar machen.

Bei der Frage, ob Dein Hund im Winter mehr oder weniger Hundefutter braucht, ist nur eine Antwort korrekt: Es kommt darauf an. Der Körper eines Hundes braucht im Winter mehr Energie, um seine Temperatur aufrechterhalten zu können. Dieses Phänomen greift bei allen gleichwarmen Säugetieren. Wenn die Außentemperatur stark von der Innentemperatur abweicht, kostet der Ausgleich den Körper Kraft. Das hat bei Deinem Hund jedoch nur einen höheren Kalorienbedarf zur Folge, wenn er sich viel bewegt oder dauerhaft der Kälte ausgesetzt ist. Bei sportlichen Fellnasen wie Zug- und Schlittenhunden, Hofhunden oder passionierten Schneejunkies sollte das Gewicht regelmäßig kontrolliert werden. Kommt es zu Veränderungen, kannst Du die Futtermenge anpassen.

Damit Du und Dein Hund den Winter in vollen Zügen genießen könnt, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Deswegen folgen jetzt noch einmal die wichtigsten Tipps auf einen Blick: 

  • Lass Deinen Hund keinen Schnee fressen (Gastritis-Gefahr). 
  • Spüle nach jedem Spaziergang das Streusalz von den Pfoten Deines Hundes ab. 
  • Pflege trockene und rissige Pfoten mit Vaseline, Olivenöl oder Melkfett. 
  • Kürze ggf. die Haare zwischen den Pfoten, um Eisbildung vorzubeugen. 
  • Trockne Deinen nassen Hund sofort ab und gewähre ihm einen warmen Schlafplatz.  
  • Kontrolliere das Gewicht Deines Hundes und passe ggf. die Futterrationen an. 
  • Kleide Deinen kranken, alten oder unterwollarmen Hund mit einem Hundemantel ein, der vor Kälte und Nässe schützt. 
  • Wappne Deinen Hund vor Gefahren in der Dunkelheit, indem Du ihn mittels Reflektoren oder Leuchthalsbändern gut sichtbar machst.