geschrieben von Yvonne Langer

Hundemantel selbst nähen: Einfache Anleitung zum Selbermachen – für Näh-Neulinge

 

Was gibt es Schöneres, als Deinem Hund ein Geschenk zu machen, das wirklich von Herzen kommt? In einem selbstgenähtem Hundemantel stecken nicht nur Zeit und Liebe, sondern auch Hingabe und Präzision. Du musst keine teuren Hundemäntel für Deinen Vierbeiner kaufen, sondern kannst mit wenigem Zubehör Deinen Hundemantel ganz einfach selbst machen!

 

Hundemäntel sind nicht nur unheimlich schick, sondern vor allem während der kalten und nassen Jahreszeit ein wahrer Lifesaver für Deinen Hund. Insbesondere kleine Vierbeiner, aber auch Hunde mit dünnem Fell frieren schnell. Ein Pulli – oder noch besser: ein Mantel – schützt Deine Fellnase während der kühlen Abendstunden und wehrt Schmutz, Wind und Wasser ab. Mit unserer Anleitung zeigen wir Dir, wie Du auch als Nähanfänger Deinen Hundemantel ganz easy und nachhaltig selbst nähen kannst!

Hast Du schon Erfahrungen im Nähen? Dann wird Dir die Vielfalt der Stoffe vielleicht bekannt sein. Dass Nähen sehr künstlerisch ist, müssen wir kaum zusätzlich erwähnen. Deswegen sind Dir auch bei der Auswahl Deiner Materialien fast keine Grenzen setzt. Ob Du nun für Deinen Hund, Dich selbst oder Dein Kind nähst – es gibt eine große Bandbreite verschiedener Stoffe von diversen Herstellern, die sich in ihrer Funktion unterscheiden. Je nachdem, worauf Du Wert legst (Preis, Dichte, Waschbarkeit, Nachhaltigkeit, Hypoallergenität, Schutz etc.), kannst Du den richtigen Stoff wählen. Wir haben eine kleine Auswahl für Dich zusammengestellt.

 
Am bekanntesten und vor allem für Anfänger besonders geeignet ist nachhaltiger Fleece-Stoff. Beim Kauf kannst Du auf umweltschonendes Fleece aus recycelten Kunststoffen oder Bio-Baumwolle zurückgreifen. Aber auch recycelte Polyester können zum Nähen Deines DYI-Hundemantels verwendet werden.
 
Der Vorteil von Fleece ist, dass Du es in mehreren Schichten übereinander problemlos vernähen kannst und der Stoff beim Schneiden nicht franst. Der Nachteil ist, dass die Haare stark am Stoff hängen bleiben.
 
Du willst auf Kunststoffe komplett verzichten? Dann solltest Du Stoffe ohne Elasthan oder eingewebte Metallfäden wählen. Neben Baumwollfleece gibt es auch hochwertige Jerseystoffe aus 100 % Bio-Baumwolle.
 

Bei der Stoffauswahl ist auch wichtig, was Dein Mantel können soll.
Soll er gefüttert, wasserabweisend, schmutzabweisend etc. sein? Dann musst Du für die Ober- und Unterschicht entsprechende Materialien wählen. Folgende Stoffe haben sich als wasser-, schmutz- und windabweisend erwiesen:

  • Softshell
  • Bionic-Finish®Eco
  • Outdoorstoffe mit Teflonbeschichtung
  • Outdoorstoffe mit PU-Beschichtung
  • Stoffe mit SympaTex®-Membran
  • wasserabweisende Webstoffe in Köperbindung (aus 100 % Bio-Baumwolle)
  • Dry Oilskin (gewachste Baumwolle)

 

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Mindestens genauso wichtig wie die Auswahl des richtigen Stoffes ist die Ausstattung Deiner Nähstube. Beim Stoff solltest Du prinzipiell im Hinterkopf behalten, dass – egal, wie viele Schichten Du vernähst – nur die Ober- und Unterschicht später sichtbar sein werden. Such Dir also etwas Hübsches für diese beiden Schichten aus. Die Zwischenschichten sieht man nicht.

Des Weiteren benötigst Du etwas, das die vielen Schichten provisorisch fixiert, ehe sie vernäht werden. Das können z. B. Sicherheits-, Heft- oder Stecknadeln oder auch Sprühkleber sein.

Außerdem brauchst Du eine gut funktionierende Nähmaschine, Allesnähergarn sowie eine Schere. Je nach Nähstil und Geschmack helfen Dir ein Randband oder breit geschnittene Fleecestreifen (5 cm) dabei, die Stoffschichten miteinander zu vernähen und die Ränder zu versäubern.

 

Ein elementarer Teil der Vorbereitung für Deinen selbstgenähten Hundemantel ist die korrekte Abmessung Deines Hundes. Dafür und zur Zeichnung Deines individuellen Schnittmusters brauchst Du Zeichenpapier, einen Bleistift, ein Maßband und ein Lineal.
Mit dem Maßband misst Du nun folgende Längen und Umfänge Deines Vierbeiners:

  • Rückenlänge (vom Halsbandansatz bis zum Schwanzansatz)
  • Halsumfang (+ 5 cm)
  • Brustumfang (am Rippenbogen messen, wenige cm hinter den Vorderbeinen)
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Zunächst müssen wir eines festhalten: Es gibt kein Patentrezept für das „perfekte“ Schnittmuster bzw. Design. Wie komplex oder einfach Dein Schnittmuster werden kann, hängt von Deinem Geschmack und Deinen Näherfahrungen ab.
Wenn Du keine Vorlage verwenden, sondern ein individuelles Muster erstellen möchtest, kannst Du Dein Schnittmuster mithilfe der Maße Deines Hundes selbst auf Kraft- oder Zeichenpapier malen. Dies dauert jedoch um einiges länger und setzt Erfahrung voraus.

Für Anfänger gibt es einen ultimativen Schnittmuster-Trick: Nimm einen alten Mantel, der Dir als Schnittmuster-Vorlage dient.

Spar Dir die mühevolle Schnittmuster-Vorbereitung und benutze einfach einen Hundemantel, den Du bereits zuhause hast, der Deinem Hund passt und den Du vom Stil her gut findest, als Vorlage.

 

Du besitzt leider keinen Hundemantel?

Unser Tipp: Schau doch mal, ob es in Deiner Nachbarschaft oder im Freundeskreis ähnlich große Hunde gibt. Vielleicht kannst du Dir dort einen Mantel für die Erstellung Deiner Vorlage ausleihen!

 

Breite den Mantel auf Deinem Zeichenpapier oder direkt auf dem Stoff aus und schneide entlang seiner Kontur das Schnittmuster nach. Je nach Geschmack kannst Du dann kleine Änderungen (wie z. B. zusätzliche Bänder an den Hinterbeinen) im Nachgang ergänzen. Je nach Art des Mantels besteht Dein Schnittmuster dann aus einem ganzen oder zwei Teilendem Rückenteil und dem Bauchlatz.


Unterschiedlichste Schnittmuster findest Du beispielsweise auf Pinterest.

 

 

Klettverschluss, Knöpfe, Reißverschluss oder lieber Schnallen? Auf die Frage, welcher der passende Verschluss für Deinen selbstgenähten Hundemantel ist, gibt es keine eindeutige Antwort. Diese Entscheidung hängt ganz allein von Deinen Vorlieben ab. Am bekanntesten sind vermutlich die Schnallen. Die Steckschnalle gibt es nicht nur aus Plastik, sondern auch in Metallvarianten.

Darüber hinaus ist der Klettverschluss eine mindestens genauso häufig verwendete Option. Der Vorteil daran ist, dass er sehr einfach anzunähen ist. Dafür halten die Klettverschlüsse meist nicht lange und sichern den Mantel schon nach wenigen Monaten nicht mehr ordentlich. Außerdem bleibt der Dreck im Klett hängen, was die Haltbarkeit zusätzlich verringert.

Auch Reißverschlüsse und Knöpfe können als Verschluss Deines selbstgenähten Mantels fungieren. Beide Verschlussarten halten in der Regel sehr gut, sollten jedoch im Vorhinein in die Planung (Schnittmuster) mit einberechnet werden.

Wer seinem Hund keinen rücken- und bauchschützenden Mantel näht, sondern nur eine Art Cape ohne Bauchlatz, kann auf elastische Bänder, die über Vorder- und Hinterbeine gespannt werden, zurückgreifen.

 

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Zuallererst schneidest Du die Stoffe und Stoffschichten entsprechend dem Schnittmuster zu. Das funktioniert wie damals im Kindergarten, als Du noch mit Schablonen gebastelt hast. Du breitest Deine Stoffe für die Ober- und Mittelschicht übereinander auf Deinem Tisch aus und fixierst sie mit Sicherheitsnadeln.

Dann legst Du Dein Schnittmuster darauf und zeichnest die Form der Schablone nach. Zeichne das Schnittmuster ruhig etwas größer ab (+ 3 cm). Es ist leichter, später etwas wegzunehmen, als etwas hinzuzufügen.
Schneide nun die einzelnen Teile aus, bis Du von jedem Teil und jedem Stoff eine Version hast.

Wie geht es nun weiter? Liegen alle Teile bereit, geht es ans Zusammennähen. Dafür legst Du die Stoffteile (Deine Schichten) aufeinander. Dein Oberstoff kommt natürlich ganz nach oben, darunter die Fleecestoffe (mehr als vier Lagen Fleece sind i. d. R. nicht notwendig). Hast Du die Stoffschichten mit Stecknadeln abgesteckt, geht es folgendermaßen weiter:

  • Lege zunächst Dein Randband oder Deinen 5 cm breiten Fleecestreifen bereit (können miteinander verknüpft werden).
  • Stecke das Band am Stoff fest.
  • Lege die rechte Stoffseite des Bandes auf die linke Kante des einzufassenden Teiles und stecke alle Ränder fest.
  • Nähe nun einmal um das gesamte Stoffteil herum (mit ca. 5 mm Abstand vom Rand).  Die Seite mit dem Band zeigt nach oben.
  • Klappe nun Dein Randband nach „vorne“, also auf die rechte Stoffseite.
  • Klappe die „offene“ Seite des Randbandes nach innen, damit eine schöne Kante entsteht, und stecke alles mit Nadeln fest.
  • Nähe nun wieder alles mit der Nähmaschine fest (mit dem Geradstrich).

 

Hurra! Nun sollten alle Stoffteile mit Randband verbunden sein!
Wenn das Rückenteil fertig ist, kommt das Bauchteil an die Reihe. Dort gehst Du genauso vor wie beim Rückenteil. Je mehr Schichten Du verwendest, desto schwieriger kann das Zusammennähen sein. Im letzten Schritt geht es an den Verschluss. Je nachdem, welche Verschlussart Du wählst, kann sich die Vorgehensweise unterscheiden. Einen Klettverschluss kannst Du mit ein paar wenigen Stichen an den Hundemantel anbringen. Vor allem, wenn der Klettverschluss Bauch und Rücken miteinander verknüpft, musst Du ihn vorher unbedingt abmessen und an Deinem Hund testen. Auch Haltebänder können ganz nach der Fasson Deines Vierbeiners verwendet werden. Und schon ist Dein Hundemantel fertig!

Wir wünschen Dir viel Spaß beim Nachnähen!

 

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