geschrieben von Yvonne Langer

Meine Katze trinkt nicht – was tun?

 

Eine Katze, die vor lauter Durst ihren Wassernapf gierig ausschlabbert, gibt es wohl nicht: Die Samtpfoten sind von Natur aus sehr trinkfaul. Wenn Dein Stubentiger aber so gar keine Durstanzeichen zeigt und sein Trinkgefäß beharrlich ignoriert, solltest Du dem Grund nachgehen. Ist das Tier sonst gesund, kannst Du es mit verschiedenen Tricks zum Trinken anregen. Wir zeigen Dir, wie.

Das Trinkverhalten einer jeden Katze ist so unterschiedlich wie auch ihre Essgewohnheiten. Anders als bei Hunden, deren Saufvorlieben meist unüberseh- und unüberhörbar sind, lassen sich Katzen nur ungerne beim Essen und Trinken beobachten und ziehen sich oft zurück. Besonders wenn man mehrere oder freilaufende Katzen hält, ist es schwierig, eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme bloß an der Wassermenge im Napf festzustellen. Trinkt die Katze zu wenig, kann es aber sehr schnell zu einer Austrocknung und daraus resultierenden Organschädigung kommen.

Nach der Faustregel betrachtet, braucht eine Katze etwa 50-55 ml Wasser pro einen Kilogramm Körpergewicht. Das Verhältnis steigt allerdings nicht gerade proportional, denn größere Katzen benötigen prozentual weniger Wasser. Der Flüssigkeitsbedarf einer Katze hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von:

  • ihrem Gewicht: Eine 2 Kilogramm schwere Katze braucht mindestens 110 - 120 ml Wasser am Tag, eine dreimal so schwere soll etwa 300 ml Flüssigkeit täglich zu sich nehmen.
  • ihrem Aktivitätsniveau: Sportlich aktive Tiere, aber auch tragende und säugende haben höheren Bedarf an Wasser.
  • der Nahrungsart: Je größer der Feuchtigkeitsgehalt im Futter, desto weniger Wasser braucht die Katze. Nassfutter ist hier klar im Vorteil. Bekommt Deine Katze Trockenfutter, solltest Du besonders darauf achten, dass sie genügend trinkt.
  • der Umgebungstemperatur: Oberhalb von 20 Grad steigt bei Katzen der Wasserbedarf.

Ist die Katze dehydriert, sind eingefallene Augen und trockenes Zahnfleisch kennzeichnend.

Auch Trägheit, Appetitlosigkeit oder allgemeine Antriebslosigkeit können von einer Austrocknung zeugen, ebenso ein intensiv riechender – also hochkonzentrierter – Urin oder wenige, flüssige Hinterlassenschaften in der Katzentoilette. Mit einem „Hautfaltentest“ kannst Du relativ einfach feststellen, ob Deine Katze dehydriert ist. Dazu greifst Du im Schulter- oder Nackenbereich mit dem Daumen und dem Zeigefinger vorsichtig nach einer Hautfalte und drückst diese etwa 30 Sekunden zusammen. Zieht sich die Hautfalte nach dem Loslassen direkt in die Ausgangsposition zurück, ist alles in Ordnung. Erstarrt sie zeltähnlich aufgespannt oder zieht sich nur verzögert wieder zurück, leidet Deine Katze vermutlich an Flüssigkeitsmangel. Bei unterernährten oder übergewichtigen Katzen ist der sogenannte Turgor-Hauttest leider schwieriger.

 

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Bevor Du also zu Hilfsmitteln greifst, die Deine Katze zum Trinken animieren sollen, musst Du einen krankheitsbedingten Grund für die Trinkenthaltsamkeit ausschließen. Die verminderte Wasseraufnahme kann nämlich ein Anzeichen von Schmerzen oder Erkrankungen sein, die unter Umständen auch lebensgefährlich sein könnten. Dazu gehören Entzündung der Mandeln, der Speiseröhre, der Magenschleimhaut oder der Bauchspeicheldrüse, Katzenschnupfen und Katzenseuche, Fettleber, Blutvergiftung oder Bauchwassersucht. Auch eine Schädigung der Gehirnbereiche, die Durst und Hunger steuern, könnte eine Ursache für ein vermindertes Durstempfinden sein. Dieses Phänomen ist unter anderem bei Katzensenioren zu beobachten – ähnlich wie es auch bei älteren Menschen vorkommt.

Nimmt die Katze über eine längere Zeit zu wenig Flüssigkeit auf, beginnt ein schleichender – und kaum merkbarer – Verfall der Niere. Dieser ist leider erst dann richtig sichtbar, wenn ein Großteil des Organs unwiederbringlich geschädigt wurde. Harnsteine oder Harngrieß sind eine mögliche Folge, aber auch eine chronische Niereninsuffizienz, die nicht heilbar ist. Symptome einer Niereninsuffizienz sind Fressunlust, Abgeschlagenheit, Erbrechen, übermäßiges Trinken und ein vermehrter Urinabsatz.

Ist eine krankheitsbedingte Ursache des veränderten Trinkverhaltens Deiner Katze ausgeschlossen, kannst Du eine Vielzahl von Tricks anwenden, die Deine Katze zum Trinken anregen sollen. Diese reichen von der Art des Napfes über seinen Standort bis zu Störfaktoren, die die Katze am Trinken hindern.

Tipp Nr. 1: Der richtige Napf

Vermeide Kunststoffbehälter, die mit der Zeit Gerüche, aber auch Giftstoffe abgeben können. Setze stattdessen auf Edelstahl, Keramik oder Glas. Viele Katzen stören sich auch an zu kleinen Schüsseln, an deren Rand sie ständig mit den Schnurrhaaren anstoßen. Das passiert auch, wenn der Napf unzureichend gefüllt ist. 

Tipp Nr. 2: Der passende Standort

Die meisten Katzen trinken nicht gerne dort, wo sie auch essen, weil sie einen Standort ohne jegliche Fremdgerüche bevorzugen. Stelle die Wasserschüssel also nicht neben den Fressnapf – und auch nicht in die Nähe der Katzentoilette. Frequentierte Plätze wie der Eingangsbereich der Wohnung oder störende Geräusche der Wasch- oder Spülmaschine können die Katze ebenfalls vom Trinken abhalten

Wichtig:

Die Wasserschüssel darf nicht in der Sonne stehen – das begünstigt die Keimbildung.

Tipp Nr. 3: Mehrere Wasserstellen 

Da viele Katzen kaum Durstgefühl kennen und das Trinken schlichtweg vergessen, sollte man sie möglichst oft daran erinnern. Am besten funktioniert das dort, wo sich Dein Stubentiger gerne aufhält – auf der Fensterbank, dem Bücherregal oder dem Schreibtisch. Platziere mehrere Wasserquellen an verschiedenen Orten, so dass Deine Katze sie ständig um sich herumhat. Deine Beharrlichkeit wird belohnt: Stolpert das Tier dauernd darüber, wird es irgendwann mal zur Gewohnheit, dass es daran nippt.

Tipp Nr. 4: Das richtige Wasser

Abgestandenes Wasser findet nur selten dankbare Abnehmer unter den Katzen. Die meisten bevorzugen frisches Wasser. Nur wenn der Chlorgehalt erhöht ist, ist die Gefahr auch groß, dass die Katze gerade das frische Wasser verschmäht. In dem Fall solltest Du den Napf nach dem Füllen etwa zwei bis drei Stunden stehen lassen, damit das Chlor verfliegt. Es kann aber trotzdem vorkommen, dass die Katze das Wasser aufgrund der Chlorrückstände nicht annimmt. Sie erkennt den Chlorgeruch noch, egal wie gering die Menge ist. Die richtigen Gourmets unter den Samtpfoten akzeptieren nur stilles Flaschenwasser. Selbst, wenn es nach Etepetete klingt – ein Versuch ist es doch wert, wenn damit Dein Liebling mit genügend Flüssigkeit versorgt wird oder?

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Tipp Nr. 5: Warm- oder Kalttrinker?

Auch die Temperatur spielt oft eine Rolle: Es gibt Katzen, die nur wohltemperiertes Wasser zu sich nehmen, andere bevorzugen eher kaltes – nicht anders als bei Menschen, die ganz unterschiedliche Trinkgewohnheiten haben. Versuche herauszufinden, welche Vorlieben Deine Katze hat.

Tipp Nr. 6: Wasser mit Pepp

Ob Wasser mit erhöhtem Chlorgehalt oder einfach nur zu langweilig im Geschmack für Deine anspruchsvolle Katze: Eine leichte Aromatisierung kann Wunder bewirken. Oft reichen schon ein paar Tropfen Thunfischöl, Hühnerbrühe oder Knochensud, um die Katze für ihr neues „Getränk“ zu begeistern. 

Tipp Nr. 7: Fließendes Wasser

Haben Katzen die Wahl, entscheiden sich die meisten instinktiv für fließendes und nicht stehendes Wasser. Das liegt daran, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Verunreinigung bei einem stehenden Gewässer grundsätzlich höher ist. Das haben Zubehörhersteller längst erkannt und bieten passende Katzenbrunnen an. Entscheidest Du Dich für eine solche Katzentränke, solltest Du auf Qualität und Hygiene achten. Empfehlenswert sind Trinkbrunnen aus Keramik oder anderen nachhaltigen Materialien statt der billigen aus Kunststoff. Das Wasser soll auch täglich erneuert und der Brunnen regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden. 

Tipp Nr. 8: Trockenfutter mit Nassfutter kombinieren

So praktisch Trockenfutter auch ist – es enthält nur sehr wenig Feuchtigkeit, im Schnitt 10%. Bekommt eine vier Kilogramm schwere Katze 50 Gramm Trockenfutter am Tag, nimmt sie lediglich fünf Milliliter Flüssigkeit auf. Wird sie mit Nassfutter   gefüttert, steigt die aufgenommene Wassermenge bei vorgesehenen 250 Gramm Feuchtfutter mit der durchschnittlichen Feuchtigkeit von 80% auf 200 Milliliter. Somit ist der Wasser-Tagesbedarf der Katze mit Nassfutter bereits gedeckt. Beide Futter-Arten – nass und trocken – lassen sich wunderbar kombinieren: So sorgst Du sowohl beim Geschmack als auch bei der Konsistenz für Abwechslung im Katzennapf und stellst sicher, dass Dein Stubentiger genügend Feuchtigkeit aufnimmt. Du kannst die Trockenfutterration mit dem Pouchinhalt vermischen oder beide Mahlzeiten separat anbieten.  

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Tipp Nr. 9: Futter mit Schuss

Mit diesem Tipp ist selbstverständlich keine Alkoholzugabe gemeint, die die Geschmackssinne der Katze einlullen soll. Es geht vielmehr um Katzenfutter mit einem zusätzlichen Schuss Wasser. Dieser einfache Trick, die Flüssigkeitszufuhr bei Deiner Katze zu erhöhen, funktioniert besonders gut bei Nassfutter, bei dem das etwas mehr an Feuchtigkeit gar nicht erst auffällt. Trockenfutter kann dagegen schnell aufquellen, was dazu führt, dass die an trockene Kroketten gewöhnte Katze die Mahlzeit aufgrund der geänderten Konsistenz liegenlässt. 

Tipp Nr. 10: Kein Spülmittel

Da die Katzen sehr geruchsempfindlich sind und weder im Fress- noch im Trinknapf Fremdgerüche akzeptieren, solltest Du beim Reinigen der Behälter nach Möglichkeit kein Spülmittel verwenden. Selbst die kleinsten Rückstände von Detergentien werden von den Stubentigern sehr intensiv wahrgenommen.  

Tipp:

Im besten Fall säuberst Du die Gefäße nur mit heißem Wasser und einem sauberen Schwamm.

Tipp Nr. 11: Verschiedene Wasserbehälter 

Während Menschen konservativ auf herkömmliche Katzennäpfe setzen, bleiben die Tiere selbst viel gelassener und flexibler: Sie trinken aus den merkwürdigsten Gefäßen. Eimer, Blumenvase, Gießkanne, Aquarium - die Katzengeschmäcker sind sehr unterschiedlich. Sei kreativ und greife auf unterschiedliche Wasserbehälter zurück: hohe und flache, breite und schmale. Achte dabei lediglich auf die Wasserqualität: Blumentopuntersetzer könnten gefährliche Düngerreste enthalten und in befüllbaren Weihnachtsbaumständern sammeln sich Baumharze und andere giftige Stoffe. An wärmeren Tagen kommen auch Planschbecken mit schwimmendem Spielzeug gut an: Es kann auch nur ein Eimer oder eine Wäscheschüssel sein. 

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Tipp Nr. 12: Wasserhahn aufdrehen

Wann immer Deine Samtpfote gerade in der Küche oder im Badezimmer ist, lass sie beim Befüllen des Wassernapfes zusehen. So zeigst Du ihr, dass das Wasser frisch ist. Das Geräusch eines langsam fließenden Wassers weckt auch die Urinstinkte und motiviert die Katze zum Trinken. 

Tipp Nr. 13: Eis, Eis, Baby…

Katzen mögen Eis, die meisten jedenfalls. Sie spielen mit den Eiswürfeln Hockey, schlecken sich danach die Pfoten und nehmen somit auf Umwegen die Flüssigkeit auf. Nur die Hartgesottenen schlecken das Eis direkt. Gerade im Sommer ist die Beschäftigung mit dem Eis nicht nur ein lustiges Spiel mit positiven Nebenwirkungen auf den Wasserhaushalt, sondern auch eine Abkühlung. Und wenn Du Fleischbrühe als Eiswürfel einfrierst, ist die Abkühlung auch noch lecker!

Tipp Nr. 14: Darf’s noch was sein?

Es muss nicht immer Wasser sein und auch nicht immer gleiches Futter. Verwöhne Deine Samtpfote mit einer Geschmacksexplosion aus sechs verschiedenen getreidefreien Nassfutter-Kreationen, garniert mit einer salzfreien Fleischbrühe. Die letztere kannst Du ganz leicht selbst herstellen, indem Du einfach Fleischknochen kochst und den abgekühlten Sud der Katze zum Trinken gibst. Dieser kulinarischen Verführung gegenüber bleibt kaum eine Katze gleichgültig.  

Tipp Nr. 15: Homöopathische Mittel

Homöopathische Präparate können helfen, den Durst Deiner Katze zu steigern. Altbewährte Mittel sind Schüssler Salze wie einfaches Kochsalz oder die Kieselerde (Silicea). Setze Dich mit einem Heilpraktiker oder einem homöopathieerfahrenen Tierarzt in Verbindung, um das richtige Mineralsalzpräparat zu bestimmen. 

 

Fazit

Katzen sind von Natur aus trinkfaul und lassen sich in ihrem Trinkverhalten nur schwer beobachten. Sind krankheitsbedingte Ursachen einer hartnäckigen Wasserabstinenz ausgeschlossen, gibt es eine Vielzahl an Hilfsmitteln, die Deine Katze zum Trinken anregen können. Mal sind Kreativität und Konsequenz gefragt, mal ist auch Umdenken nötig. Fakt ist, dass Du mit einigen einfachen Methoden die Trinkgewohnheiten Deines Vierbeiners nachhaltig verändern kannst. Ein Prost auf den Wasserverbrauch in Deinem Katzenhaushalt!