geschrieben von Yvonne Langer

So machst Du Deinen Balkon katzensicher

 

Nicht jede Katze kann zum Freigänger werden. Manchmal macht es der Wohnort in der Innenstadt an einer viel befahrenen Straße unmöglich, ein anderes Mal die Gesundheit der Miez. Und manchmal möchte sie schlichtweg nicht nach draußen und fühlt sich drinnen viel wohler. Doch das bedeutet nicht, dass Du Deiner Katze das wunderbare Erlebnis von frischer Luft, spannenden Gerüchen und Geräuschen vorenthalten musst: Ein katzensicherer Balkon bietet Dir die Möglichkeit, Deinem Stubentiger die Welt zu Tatzen zu legen – und das ganz ohne Freigang.

Doch Vorsicht: Auch wenn es heißt, die Katze habe sieben Leben, kann selbst eine Samtpfote sich bei einem Sturz vom Balkon oder wenn sie ungeschickt im gekippten Fenster hängenbleibt schwer verletzen! Deswegen hat hier die Sicherheit Deines Vierbeiners höchste Priorität. Wie Du diese gewährleisten kannst? Wir haben für Dich zusammengefasst, wie Du Deinen Balkon super easy katzensicher oder sogar zum regelrechten Katzenparadies machst.

Was ist zu tun, bevor Du Deinem Balkon also auf die Pelle rückst und ihn katzensicher machst? Solltest Du in einem Miezhaus wohnen, ist es ratsam, mit Deinem Vermieter zu sprechen. Vor allem, wenn Du die Bausubstanz veränderst, kann er Dir sagen, was genau erlaubt ist und welche Möglichkeiten er Dir dabei bietet. Zudem ist auch das Alter, die Größe und das Verhalten Deiner Katze wichtig: Eine ältere, gemütliche Miez braucht keinen Hochsicherheitstrakt, ein junger Wildfang allerdings wird auch versteckte Nischen entdecken und könnte ausbüxen.

Katzensicherer-Balkon-1

Das Katzennetz ist – wie der Name bereits verrät – ein großes Netz, das Du vor Deinen Balkon spannen kannst. Es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen: engmaschig, farbig, transparent und sogar als Meterware. In Sachen Maschenabstand musst Du einen Blick auf Deine Samtpfote werfen: Ist sie schlank, sportlich und agil, so sollten die Maschen 3 – 4 cm Abstand zueinander haben, bei kräftigeren und älteren Miezen reichen auch 5 cm. Angebracht wird das Netz so, dass es den gesamten Balkon umschließt. Befestigt wird es in den meisten Fällen mit Haken und Spanngurten. Das Praktische an den gängigen Katzennetzen: Du kannst sie ganz einfach und ohne Bohren anbringen.

Ein Katzennetz lässt sich natürlich auch aus anderen Materialien herstellen und muss nicht fertig gekauft werden. So kannst Du beispielsweise auch ein Obstbaum-Netz, ein Pflanzendrahtgitter oder Rankgitter verwenden, dass Du mithilfe von Kabelbindern befestigst. Auch hier ist die Maschendichte wichtig. Zusätzlich solltest Du auf die richtige Netzstärke achten: Manche Katzen nagen gerne oder klettern am Netz hinauf – das sollte Dein selbst gestaltetes Katzennetz natürlich aushalten können ohne zu reißen. Auch das Wetter kann dem Netz stark zusetzen, aber ein witterungs- und UV-lichtbeständiges Material hält das aus.

Tipp:

Wir kennen unsere kleinen Abenteurer: Sie sind sehr wendig und clever!

Inspiziere daher regelmäßig Deine Vorrichtungen auf Lücken oder Risse und bessere das Netz regelmäßig aus!

Du willst kein Netz anbringen? Plexiglas ist nicht die günstigste Anschaffung, dafür aber besonders für neugierige Samtpfoten eine sehr gute Sicherung. Es lässt sich vom Profi in mehrere Stücke zuschneiden und schließlich in Abständen am Balkon montieren. Wichtig ist, dass die Abstände zwischen den Platten Deiner Miez keinen Durchgang ermöglichen. Zudem solltest Du nicht die Sprunghöhe Deines kleinen Tigers unterschätzen und lieber ein paar Zentimeter in der Höhe draufrechnen. Mit einer gemütlichen Liegemöglichkeit direkt am Geländer bietest Du Deiner Katze wiederum einen wunderbaren – und sicheren – Ausguck.

Kaztensicherer-Balkon-Geländer

Viele Balkone haben ein Gittergeländer aus Metall mit großen Abständen zwischen den einzelnen Gittern. Auch hier kann Deine Samtpfote sich unglücklich verletzen – wenn sie etwa hindurchschlüpft und stürzt oder aber, wenn sie steckenbleibt. Hierfür gibt es eine ganz einfache und gutaussehende Lösung, die Deinem Balkon außerdem einen kleinen Urlaubsflair verleiht: Eine Bambusmatte als Barriere lässt sich ganz einfach in das Geländer einflechten. Sie bietet einen Sichtschutz und verhindert, dass Deine Katze sich hindurchzwängt.

Vor allem im Sommer lassen wir die Fenster gerne mal gekippt. Doch wenn Du einen Stubentiger daheim hast, lauert auch hier eine Gefahr. Deine Katze könnte sich durch den offenstehenden Spalt zwängen und steckenbleiben – oder sogar herunterstürzen. Das kannst Du mit einer ganz einfachen Fenstersicherung in Form eines Katzennetzes wie am Balkon verhindern. Und so kannst Du auch einmal das Fenster ganz öffnen und das Fellknäuel Ausschau halten lassen – welche Katze würde da Nein sagen?

Green-Petfood-Katzenklappe-Katze

Erst maunzt die Katze, weil sie unbedingt raus möchte, dann sitzt sie aber wieder jammernd vor der verschlossenen Tür und möchte wieder rein. Wer kennt es? Es scheint fast, als würde es ihr Spaß bereiten! Weißt Du, wie Du vermeidest, andauernd der Türöffner für Deine Katze zu sein? Indem Du eine Katzenklappe an Deiner Balkontür oder im Fenster anbringen lässt. Das ist auch bei Glastüren möglich – ein Glaser kann Dir hier problemlos helfen. Auch hier gilt: Sollte es nicht Deine eigene Butze sein, musst Du zuvor mit dem Vermieter sprechen. Voraussetzung ist zudem, dass Du im Erdgeschoss wohnst oder aber an der Außenwand eine sichere Katzentreppe anbauen kannst.

 

Wenn die Sicherung vorhanden ist, kannst Du Dich um die Einrichtung des Outdoor-Katzenparadieses auf Deinem Balkon kümmern! Ein erhöhter Liegeplatz als Ausguck kann beispielsweise aus einem Holzstamm selber gebaut werden. Das gefällt der Miez und sieht gut aus. Ein Schattenplatz sollte ebenfalls vorhanden sein. Und damit Dein Balkontiger seiner Krallenpflege nachgehen kann, eignet sich auch ein Kratzplatz für die katzensichere Wohlfühloase. Den Boden kannst Du mit Holz- oder Korkfliesen auslegen: Diese Materialien speichern Wärme, was Menschenfüßen ebenso gefällt wie wählerischen Samtpfoten.

Das Geländer kannst Du mit für Katzen ungiftigen Pflanzen bepflanzen. Das kann für Deine Katze eine natürliche Barriere sein, damit sie gar nicht erst auf die Idee kommt, über das Geländer zu stolzieren. Geeignete Pflanzen hierfür sind unter anderem Kapuzinerkresse, Hopfen, Bambus oder Obstbäumchen, Kräuter oder Katzenminze. Eines sollte auf dem Katzenbalkon auf jeden Fall tabu sein: Pestizide und künstliche Düngemittel!

Eins ist sicher: Deine Katze wird ihren katzensicheren Balkon lieben! Das Gezwitscher der Vögel im naheliegenden Baum, Stimmen von der Straße her oder das Bellen eines Hundes – all das sind spannende Geräusche, denen Deine Katze aufmerksam lauscht. Auf dem Balkon kann sie ungestört und sicher in der wärmenden Sonne liegen, sich ihre Umgebung anschauen und genießen. Abwechslung ist dabei garantiert! Dazu tragen auch die vielen Gerüche bei, die der Wind an ihr Näschen trägt – und die es ausschließlich unter freiem Himmel und auf dem Balkon zu erschnüffeln gibt. Also: nichts wie raus auf den Balkon!

Katzensicherer-Balkon

Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Solltest Du zur Miete wohnen, spreche am besten vor der Einrichtung eines Balkons mit Deinem Vermieter über die unterschiedlichen Möglichkeiten
  • Achte bei der Auswahl eines Netzes darauf, dass es feinmaschig genug ist, damit Dein Stubentiger sich nicht rausschlängeln kann. Eine Alternative zum Katzennetz ist eine Plexiglas-Scheibe
  • Denke auch an das Geländer des Balkons: Sollten die Gitterstäbe große Abstände zueinander haben, sollten auch die mit einer Barriere wie einer Bambusmatte verschlossen werden
  • Kein Balkon vorhanden? Die gezeigten Vorrichtungen kannst Du auf Terassen oder an gewöhnlichen Fenstern anbringen.
  • Wir kennen unsere kleinen Abenteurer: Sie sind sehr wendig und clever! Inspiziere daher regelmäßig Deine Vorrichtungen auf Lücken oder Risse

Wir wünschen Deinem Balkontiger schon einmal viel Spaß beim Erkunden – und Dir viel Spaß beim Einrichten!