geschrieben von Yvonne Langer

Lebensrettende Tipps für einen katzensicheren Balkon, Garten und Terrasse

 

Deine Katze droht, aus allen Wolken zu fallen? Dann solltest Du Deinen Balkon schnell katzensicher machen. Nicht jede Katze kann zum Freigänger werden. Manchmal macht es der Wohnort in der Innenstadt an einer viel befahrenen Straße unmöglich, ein anderes Mal die Gesundheit der Miez. Und manchmal möchte sie schlichtweg nicht nach draußen und fühlt sich drinnen viel wohler. Doch das bedeutet nicht, dass Du Deiner Katze das wunderbare Erlebnis von frischer Luft, spannenden Gerüchen und Geräuschen vorenthalten musst: Ein katzensicherer Balkon bietet Dir die Möglichkeit, Deinem Stubentiger die Welt zu Tatzen zu legen – und das ganz ohne Freigang.

Doch Vorsicht: Auch wenn es heißt, die Katze habe 7 Leben, kann selbst eine Samtpfote sich schwer verletzen – z. B. bei einem Sturz vom Balkon oder wenn sie ungeschickt im gekippten Fenster hängenbleibt. Deswegen hat hier die Sicherheit Deines Vierbeiners höchste Priorität. Wie Du diese gewährleisten kannst? Wir haben für Dich zusammengefasst, wie Du Deinen Balkon nicht nur supereasy katzensicher, sondern sogar zum regelrechten Katzenparadies machst.

Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Damit es nicht wirklich zu einem Sturz vom Balkon kommt, solltest Du diesen unbedingt katzensicher machen. Aber was ist zu tun, bevor Du Deinen Balkon also entsprechend der Bedürfnisse Deiner Katze gestaltest? Überprüfe die Voraussetzungen Deiner Wohnung und Deines Balkons und stelle Dir folgende Fragen:

  • Ist mein Vermieter mit dem Umbau zu einem katzensicheren Balkon einverstanden? 
  • Welche Möglichkeiten habe ich, meinen Balkon katzensicher zu machen? 
  • Wie alt ist meine Katze? 
  • Wie hoch ist das Aktivitätslevel meiner Katze? 
  • Wie verhält sich meine Katze, wenn ich nicht zuhause bin? 
  • Wie groß und schwer ist meine Katze? 

Überprüfe zunächst alle Bedingungen und Voraussetzungen, bevor Du Dich ans Werk machst

 

Eine ältere, gemütliche Miez braucht keinen Hochsicherheitstrakt, ein junger Wildfang allerdings wird auch versteckte Nischen entdecken und könnte ausbüxen. Hier ein paar Ideen für Deinen gesicherten Katzenbalkon:

Katzensicherer-Balkon-1

Das Katzennetz ist – wie der Name bereits verrät – ein großes Netz, das Du vor Deinen Balkon spannen kannst. Es gibt Katzennetze in den verschiedensten Ausführungen: engmaschig, farbig, transparent und sogar als Meterware. In Sachen Maschenabstand musst Du einen Blick auf Deine Samtpfote werfen: Ist sie schlank, sportlich und agil, so sollten die Maschen 3–4 cm Abstand zueinander haben, bei kräftigeren und älteren Miezen reichen auch 5 cm. Angebracht wird das Netz so, dass es den gesamten Balkon umschließt. Befestigt wird es in den meisten Fällen mit Haken und Spanngurten. Das Praktische an den gängigen Katzennetzen: Du kannst sie ganz einfach und ohne Bohren anbringen. 

Dein Katzennetz zum Selberbauen: 

Ein Katzennetz lässt sich natürlich auch aus anderen Materialien herstellen und muss nicht fertig gekauft werden. So kannst Du beispielsweise auch ein Obstbaumnetz, ein Pflanzendrahtgitter oder Rankgitterverwenden, das Du mithilfe von Kabelbindern befestigst. Auch hier ist die Maschendichte wichtig. Zusätzlich solltest Du auf die richtige Netzstärke achten: Manche Katzen nagen gerne oder klettern am Netz hinauf – das sollte Dein selbst gestaltetes Katzennetz natürlich aushalten können, ohne zu reißen. Auch das Wetter kann dem Netz stark zusetzen, aber ein witterungs- und UV-lichtbeständiges Material hält das aus. 

Wichtig:

Kontrolliere Deine Vorrichtung stets auf Lücken oder Risse und bessere das Netz regelmäßig aus!

Du willst kein Netz anbringen? Plexiglas ist nicht die günstigste Anschaffung, dafür aber insbesondere für neugierige Samtpfoten eine sehr gute Sicherung. Es lässt sich vom Profi in mehrere Stücke zuschneiden und schließlich in Abständen am Balkon montieren. Wichtig ist, dass die Abstände zwischen den Platten Deiner Miez keinen Durchgang ermöglichen. Zudem solltest Du nicht die Sprunghöhe Deines kleinen Stubentigers unterschätzen und lieber ein paar Zentimeter in der Höhe draufrechnen. Mit einer gemütlichen Liegemöglichkeit direkt am Geländer bietest Du Deiner Katze wiederum einen wunderbaren – und sicheren – Ausguck. 

Kaztensicherer-Balkon-Geländer

Viele Balkone haben ein Gittergeländer aus Metall mit großen Abständen zwischen den einzelnen Gittern. Auch hier kann Deine Samtpfote sich unglücklich verletzen – wenn sie etwa hindurchschlüpft und stürzt oder aber, wenn sie steckenbleibt. Hierfür gibt es eine ganz einfache und gutaussehende Lösung, die Deinem Balkon außerdem einen kleinen Urlaubsflair verleiht: Eine Bambusmatte als Barriere lässt sich ganz einfach in das Geländer einflechten. Sie bietet einen Sichtschutz und verhindert, dass Deine Katze sich hindurchzwängt. 

Vor allem im Sommer lassen wir die Fenster gerne mal gekippt. Doch wenn Du einen Stubentiger daheim hast, lauert auch hier eine Gefahr. Deine Katze könnte sich durch den offenstehenden Spalt zwängen und steckenbleiben – oder sogar herunterstürzen. Das kannst Du mit einer ganz einfachen Fenstersicherung in Form eines Katzennetzes wie am Balkon verhindern. Und so kannst Du auch hin und wieder das Fenster ganz öffnen und Dein Fellknäuel Ausschau halten lassen – welche Katze würde da Nein sagen? 

Und wie ist es mit Kippfenstern? 

 

Horch, was kommt von draußen rein! Jeder, der eine Katze hat, wird bestätigen, dass sie große Fenster lieben. Da unsere Fenster jedoch nicht den ganzen Tag geschlossen bleiben können, sondern auch mal frische Luft rein muss, lassen auch Katzenbesitzer gerne das Fenster in Kippposition. Bei ungesicherten Kippfenstern droht jedoch akute Lebensgefahr. Versucht Deine Katze, durch den Kippspalt zu schlüpfen, kann sie sich einklemmen, schwer verletzen oder sogar erwürgen. Kippbare Fenster sollten deshalb unbedingt mit einem Kippschutzgitter katzensicher gemacht werden. Kippschutzgitter und Kippregler können einfach im Fensterrahmen befestigt werden und Deinen Stubentiger vor einem Unfall schützen.

Green-Petfood-Katzenklappe-Katze

Erst maunzt die Katze, weil sie unbedingt raus will, dann sitzt sie aber wieder jammernd vor der verschlossenen Tür und möchte rein. Wer kennt es? Es scheint fast, als würde es ihr Spaß bereiten! Weißt Du, wie Du vermeidest, andauernd der Türöffner für Deine Katze zu sein? Indem Du eine Katzenklappe an Deiner Balkontür oder im Fenster anbringen lässt. Das ist auch bei Glastüren möglich – ein Glaser kann Dir hier problemlos helfen.   

Auch hier gilt: Sollte es nicht Deine eigene Butze sein, musst Du zuvor mit dem Vermieter sprechen. Voraussetzung ist zudem, dass Du im Erdgeschoss wohnst oder aber an der Außenwand eine sichere Katzentreppe anbauen kannst. 

 

Wenn alles katzensicher ist, kannst Du Dich um die Einrichtung des Outdoor-Katzenparadieses auf Deinem Balkon kümmern! Ein erhöhter Liegeplatz als Ausguck kann beispielsweise aus einem Holzstamm selber gebaut werden. Das gefällt der Miez und sieht gut aus. Ein Schattenplatz sollte ebenfalls vorhanden sein. Und damit Dein Balkontiger seiner Krallenpflege nachgehen kann, eignet sich auch ein Kratzplatz für die katzensichere Wohlfühloase. Den Boden kannst Du mit Holz- oder Korkfliesen auslegen: Diese Materialien speichern Wärme, was Menschenfüßen ebenso gefällt wie wählerischen Samtpfoten. 

Pflanzen auf dem Balkon

 

Das Geländer kannst Du mit für Katzen ungiftigen Pflanzen bestücken. Diese können für Deine Katze eine natürliche Barriere sein, damit sie gar nicht erst auf die Idee kommt, über das Geländer zu stolzieren. Geeignete Pflanzen hierfür sind unter anderem Kapuzinerkresse, Hopfen, Bambus, Obstbäumchen, Kräuter oder Katzenminze. Was auf dem Katzenbalkon auf jeden Fall tabu sein sollte: Pestizide und künstliche Düngemittel!

Das Gezwitscher der Vögel im nahe gelegenen Baum, Stimmen von der Straße her oder das Bellen eines Hundes – all das sind spannende Geräusche, denen Deine Katze aufmerksam lauscht. Auf dem Balkon kann sie ungestört und sicher in der wärmenden Sonne liegen, sich ihre Umgebung anschauen und genießen. Abwechslung ist dabei garantiert! Dazu tragen auch die vielen Gerüche bei, die der Wind an ihr Näschen trägt – und die es ausschließlich unter freiem Himmel und auf dem Balkon zu erschnüffeln gibt. Also: Nichts wie raus auf den Balkon! Wir wünschen Deinem Balkontiger schon mal viel Spaß beim Erkunden seines sicheren Territoriums – und Dir viel Spaß beim Einrichten!  

Mit dem Balkon allein ist es – je nach Wohnsituation – nicht immer getan. Auch der Garten oder Deine Terrasse können katzensicher eingerichtet werden, damit Deine Miez nicht abhandenkommt: 

 

Die eigenen vier Wände katzensicher zu gestalten, ist die Basis für ein langes gemeinsames Zusammenleben mit Deiner Katze. Wenn Du zusätzlich einen Garten oder eine Terrasse hast, den oder die Du mit Deinem Stubentiger teilen möchtest, solltest Du auch diese katzensicher einrichten. Hierbei gilt: Giftige Pflanzen, Substanzen, Lebensmittel oder gefährliche Geräte haben im katzensicheren Garten nichts verloren. Wer möchte, dass sich seine Katze nur in einem abgesteckten Bereich des Gartens bewegt und nicht streunen geht, ist mit einem katzensicheren Zaun und einem Überkletterschutz gut beraten. Der Zaun sollte mindestens so hoch sein, dass Deine Katze ihn nicht erklimmen kann. Außerdem dürfen keine Schlupflöcher gelassen werden. Auch für Terrassen eignet sich ein solcher Katzenzaun bzw. ein Katzenschutznetz. Dieses ist mit oder ohne Dach erhältlich. Das Dachnetz solltest Du nur unter Aufsicht Deiner Katze weglassen. Alternativ kannst Du auf Deiner Terrasse eine Pergola mit Katzenschutz einbauen lassen. Da diese Konstruktion sehr stabil ist, bietet die Pergola (oder auch Pavillon) mit Dach Deiner Katze einen optimalen Schutz.

 

Deine Katze ist ein reiner Stubentiger? Dann sollte Deine Wohnung auf jeden Fall katzensicher gemacht werden. Suizide, Vergiftungen oder Strangulierungen sollten nur Teil eines abendlichen Horrorfilms, nicht jedoch Deines Katzenalltags sein. Gerade für junge Katzen ist die ganze Welt zunächst einmal spannend. Die gesamte Wohnung wird erkundet, fremde Gerüche geschnuppert und alles, was offen rumsteht, gekostet. Das kann leider schnell gefährlich werden. Wie Du Deine Wohnung optimal katzensicher einrichtest, erfährst Du hier.