geschrieben von Yvonne Langer

Studienlage zur vegetarischen Hundeernährung

 

Vegetarisches Hundefutter? Na logo! Wir räumen mit dem gefährlichen Halbwissen auf, dass der Hund Fleisch braucht. Unser Partner auf vier Pfoten stammt zwar vom Wolf ab, aber in den Jahrhunderten an der Seite des Menschen hat sich einiges getan, vor allem im Verdauungstrakt des Hundes. Natürlich brauchen unsere Fellnasen Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine – aber die müssen nicht zwingend aus tierischen Quellen sein. Der moderne Hund kann problemlos pflanzliche Nahrung verwerten!

Dieses Wissen kommt nicht von ungefähr, weshalb wir Dir im folgenden Beitrag einen Überblick über wissenschaftliche Studien zum Thema vegetarische Hundeernährung geben und die häufigsten Fragen beantworten. Keine Angst, es folgen keine ellenlange Texte mit Fachtermini, denn wir haben die Ergebenisse leicht verständlich für Dich zusammengefasst. Los geht´s!

Hund-im-Feld

Der Evolutionsgenetiker Erik Axelsson und seine Kollegen1 von der Universität Uppsala in Schweden vergleichen in ihrer Studie, die 2013 veröffentlicht wurde, die DNA von Hunden und Wölfen. Ziel war es, herauszufinden, wie sich die Gene im Laufe der Domestizierung des Hundes, an der Seite der Menschen, verändert haben. Hierzu sequenzierten sie die DNA von 12 Wölfen aus der ganzen Welt und von 60 Hunden (14 verschiedene Rassen). Die Forscher entdeckten 36 DNA-Regionen mit insgesamt 122 Genen, die sich von der DNA der Wölfe unterscheiden und die möglicherweise zur Evolution des Hundes beigetragen haben. Zehn dieser Regionen sind für Verdauung von Stärke verantwortlich. Durch das Verdauungsenzym Amylase wird im Darm der Abbau von Stärke gestartet. Im Vergleich zum Wolf, der nur zwei Kopien eines Gens zur Herstellung von Amylase besitzt, haben Hunde zwischen vier und 30 Kopien dieses Gens. Mehr Kopien eines Gens bedeuten eine gesteigerte Produktion von Amylase, weshalb diese spezifische genetische Mutation es dem Hund ermöglicht, die Stärke in pflanzlichen Nahrungsmitteln weitaus effizienter zu verdauen und zu verstoffwechseln als Wölfe.

Die Paläogenetikerin Morgane Ollivier hat in ihrer Studie in Zusammenarbeit mit Axelsson und anderen Wissenschaftlern2 herausgefunden, dass die Erhöhung der Kopien-Anzahl des Stärkegens AMY2B bereits vor 7.000 Jahren stattgefunden hat. Hierzu wurde die alte DNA aus Knochen und Zähnen von 13 Wolfs- und Hundeexemplaren extrahiert, die in archäologischen Stätten in Eurasien gefunden wurden. Diese Erweiterung der Stärkegene spiegelt laut der Wissenschaftlerin eine lokale Anpassung an die frühe landwirtschaftliche Gesellschaft wider. Durch diese Anpassung konnte der Hund Vorteile im Zusammenleben mit dem Menschen ziehen, da er in der Lage war -und auch heute noch ist- stärkehaltige Kost besser zu verwerten.

Neben den Studien von Axelsson und Ollivier, die sich vor allem mit der Genetik hinter der Stärkeverdauung bei Hunden befassten, wurden in den Studien von Murray, Carciofi und Cargo-Froom einzelne Futterbestandteile in Bezug auf die Verdaulichkeit untersucht.

In der Studie von 1999 untersuchten Murray und seine Kollegen3 die Verdaulichkeit von Mais, Gerste, Kartoffeln, Reis, Hirse und Weizen bei Hunden. Hierzu wurde in einem Experiment sechs verschiedene Diäten mit je einer dieser Hauptkohlenhydratquellen gefüttert. Sie fanden heraus, dass die Verdaulichkeit der Stärkekomponente in jeder dieser Diäten bei mehr als 99% lag. Dies lässt darauf schließen, dass die Stärke von den Hunden fast vollständig verdaut werden konnte. Eine nachfolgende Studie von Carciofi4 im Jahr 2008 weist ähnliche Ergebnisse für Reis, Mais, Hirse, Maniok, Brauerreis, Erbsen und Linsen auf. Die Studie bestätigte, dass die Stärkeverdaulichkeit mehr als 98% beträgt. Die Studie von Cargo-Froom5 (2017) bezieht sich zwar nicht auf die Stärkeverdauung bei Hunden, allerdings gibt auch diese Studie Anhaltspunkte zur Verdaulichkeit pflanzlicher Futtermittel. Hierbei wurde die Verdaulichkeit von Mineralien bei Hunden mit fleischbasierter Ernährung mit Hunden bei pflanzlicher Ernährung verglichen. Cargo-Froom kam zu dem Ergebnis, dass die Verdaulichkeit endogener Mineralien wie Phosphor, Magnesium, Zink und Mangan bei Hunden, die größtenteils auf pflanzlicher Basis gefüttert wurden, ähnlich oder höher ist als bei Hunden, die ein Futter auf tierischer Basis erhielten. Zum Vergleich: Bei Fleisch und Fleischkomponenten, die hauptsächlich aus den Inhaltsstoffen Fett und Eiweiß bestehen, liegt die Verdaulichkeit auch nur bei ca. 98% (Zentek, 20166).

1. Axelsson et al. (2013): The genomic signature of domestication reveals adaption to a starch-rich diet

2. Ollivier et al. (2016): AMY2B copy number variation reveals starch diet adaptions in acient European dogs

3. Murray et al. (1999): Evaluation of selected high-starch flours as ingredients in canine diets

4. Carciofi et al. (2008): Effects of six carbohydrate sources on dog diet digestibility and post-prandial glucose and insulin response

5. Cargo-Froom et al. (2019): Apparent and true digestibility of macro and micro nutrients in adult maintenance dog foods containing either a majority of animal or vegetable proteins

6. Zentek (2016): Ernährung des Hundes

 

Ein ernährungsphysiologisch vollständiges und ausgewogenes Futter gewährleistet die adäquate Aufnahme an Fetten, Kohlenhydraten, Eiweiß, Mineralstoffen (Mengen- sowie Spurenelemente) und Vitaminen, um so die Gesundheit und Langlebigkeit des Hundes sicherzustellen.In seinem Review (Literaturübersicht) von 2016 analysierte Dr. Andrew Knight und Madelaine Leitsberger7 vier frühere Studien zur Nährstoffverträglichkeit vegetarischer Hundefutter im Vergleich zu einer fleischbasierten Ernährung. Aufgrund seiner eigenen Daten sowie der steigenden Anzahl an Bevölkerungsstudien und Fallberichten zu diesem Thema, kam er zu dem Schluss, dass Hunde mit einer vegetarischen Ernährung gesund leben können und eventuell sogar gesundheitliche Vorteile daraus ziehen, sofern ein ernährungsphysiologisch vollständiges und ausgewogenes Futter gefüttert wird.

Ob Hunde auch mit einer veganen Ernährung alle wichtigen Nährstoffe erhalten, untersuchte 2014 Pia-Gloria Semp8 im Rahmen ihrer Magisterarbeit an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Für ihre Studie wurden 20 Hunde, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten nur pflanzliche Futtermittel erhielten, klinisch untersucht und Blutproben entnommen. Sowohl bei der klinischen Untersuchung als auch durch die Analyse der Blutproben konnten keine Veränderungen oder Krankheiten festgestellt werden, die in direktem Zusammenhang mit einer rein pflanzlichen Ernährung gebracht werden konnten.

 

7. Knight & Leitsberger (2016): Vegetarian versus Meat-Based Diets for Companion Animals

8. Semp (2014): Vegan nutrition of dogs and cats.

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Michaela mit Odi aus Magdeburg

"Da ich selbst tierleidfrei lebe und ein nachhaltiges, umweltbewusstes Leben anstrebe, soll auch der Pfotenabdruck meines Hundes so gering wie möglich sein. Dank Green Petfood und seinem Veggiedog–Futter ist Odi optimal versorgt und kann sein Leben in vollen Zügen genießen und ich kann guten Gewissens hinter den Produkten stehen, die mein Hund bekommt und verdient. Das Beste an dem Ganzen ist, es schmeckt ihm, HURRA!"

Im Jahr 2009 untersuchten Brown und ihre Kollegen9 12 sibirische Huskies, die an Hundeschlittenrennen teilnahmen. In der 16-wöchigen Studie erhielten sechs der 12 Huskies ein vegetarisches Futtermittel und die anderen sechs ein herkömmliches Futtermittel mit tierischen Bestandteilen. Die Studienzeit umfasste ebenfalls eine Phase von 10 Wochen, in denen Wettkampfrennen stattfanden. Die während der Studie durchgeführten Blutuntersuchungen ergaben, dass die Anzahl der roten Blutkörperchen und die Hämoglobinwerte durchgehend im normalen Bereich lagen. Keines der Tiere entwickelte während der Studie eine Anämie. Ein beratender Tierarzt beurteilte die körperliche Verfassung der Tiere als ausgezeichnet. Brown kam zu dem Schluss, dass eine sorgfältige ausgewogene fleischfreie Ernährung normale hämatologische Werte bei Arbeitshunden erhalten kann.

Die Studie von Pia-Gloria Semp von 20148 im Rahmen ihrer Magisterarbeit an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien wurde in diesem Beitrag bereits zur Beantwortung einer anderen Frage herangezogen. Semp untersuchte in ihrer Studie 20 Hunde, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten nur pflanzliche Futtermittel erhielten. Sowohl bei der klinischen Untersuchung als auch durch die Analyse der Blutproben konnten keine Veränderungen oder Krankheiten festgestellt werden, die in direktem Zusammenhang mit einer rein pflanzlichen Ernährung gebracht werden konnten. Die untersuchten Parameter im Blut der Testhunde unterschieden sich nicht zu Blutwerten von Hunden, die mit einer herkömmlichen Diät mit tierischen Inhaltsstoffen gefüttert wurden.

Die Kardiologin Dr. Sarah Cavanaugh10 von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Ross University untersuchte in ihrer Studie 2019 das Aminosäure-Profil bei Hunden, die von einer herkömmlichen fleischbasierten Ernährung zu einer vollständig ausgewogenen veganen Ernährung wechselten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Konzentration von drei Viertel der untersuchten Aminosäuren (auch Taurin) im Blut der Hunde bei einer Fütterung mit einem pflanzenbasierten Futter signifikant zunahm. Sie kam deshalb zu dem Schluss, dass tierische Inhaltsstoffe für die Aminosäurehomöostase bei Hunden nicht notwendig sind.

9. Brown et al. (2009): An experimental meat-free diet maintained haematological characteristics in sprint-racing sled dogs

10. Cavanaugh et al. (2019): Amino Acid Concentrations and Echocardiographic Findings in Dogs Fed a Commercial Plant-Based Diet.

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Allergien bei Hunden werden am häufigsten durch Nahrungsproteine hervorgerufen, weniger durch Kohlenhydrate oder Fett (Zentek, 20166). In seiner Studie aus dem Jahr 2016 untersuchten Ralph Mueller und seine Kollegen9 Nahrungsmittelallergien (Überempfindlichkeiten und Nahrungsmittelunverträglichkeiten) bei 297 Hunden. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die häufigsten Nahrungsmittelallergene, die bei Hunden Nahrungsmittelreaktionen hervorrufen, Rindfleisch (34%), Milchprodukte (17%), Huhn (15%) und Weizen (13%) sind. Mueller und seine Kollegen schlussfolgerten daraus, dass die meisten der Nahrungsmittelallergene für Hunde tierischen Ursprungs sind und dass eine pflanzliche Ernährung bei Hunden mit Nahrungsmittelallergeien und -empfindlichkeiten Abhilfe schaffen kann.

9. Mueller et al. (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats

Die Wissenschaft beschäftigt sich schon lange mit dem Thema und wird dazu in Zukunft sicherlich neue Erkenntnisse veröffentlichen. Es gibt aber bereits viele Resultate, die eine vegetarische Hundeernährung befürworten:

  • Bereits vor 7.000 Jahren hat die Erhöhung der Kopien-Anzahl des Stärkegens AMY2B beim Hund begonnen. Im Vergleich zum Wolf kann er deshalb Stärke in pflanzlichen Nahrungsmitteln weitaus effizienter verdauen und verstoffwechseln.
  • Die Verdaulichkeit von Stärkekomponenten in pflanzlichem Futter liegt zwischen 98-99 %, die Verdaulichkeit von Fleisch und Fleischkomponenten liegt bei 98 %.
  • Solange der Hund ein ernährungsphysiologisch vollständiges und ausgewogenes Futter erhält, welches die adäquate Aufnahme an Fetten, Kohlenhydraten, Eiweiß, Mineralstoffen (Mengen- sowie Spurenelemente) und Vitaminen gewährleistet, kann die Fellnase optimal vegetarisch ernährt werden.
  • Studien, die den Gesundheitszustand von vegetarisch lebenden Hunden untersucht haben, bekräftigen, dass es zum Beispiel hinsichtlich der Blutwerte keinen Unterschied zu Tieren gibt, die mit einer fleischbasierten Diät gefüttert wurden.
  • Da die meisten der Nahrungsmittelallergene für Hunde tierischen Ursprungs sind, kann eine pflanzliche Ernährung Abhilfe schaffen.

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